Einer Analyse der privaten Management-Hochschule "esmt European
School of Management and Technology" zufolge ist der deutsche
Bankenmarkt nicht fit für die anstehende Marktkonsolidierung in
Europa. Deutsche Banken, so die Autoren, müssen sich mittel- bis
langfristig spezialisieren und Nischenanbieter werden, um als
eigenständige Institute überleben zu können. Eine
Generalistenstrategie sei, auch angesichts mangelnder Ressourcen,
nicht mehr zukunftsfähig.
Die Dozenten Dr. Jan Hagen und Christoph Burger haben die drei
größten deutschen börsennotierten Bankinstitute (Deutsche Bank,
Commerzbank, Postbank) mit den zehn größten europäischen Banken
verglichen und ihre Wettbewerbsfähigkeit im europäischen
Konsolidierungsprozess analysiert. Dazu entwickelten die Autoren den
Konsolidierungsindex, der sich aus Kennziffern zur Abbildung der
Wettbewerbs-, Finanz-, Internationalisierungs- und Wandlungskompetenz
der Marktteilnehmer zusammensetzt. Für die hiesigen Kreditinstitute
sieht das Ergebnis der Analyse ernüchternd aus; der Großteil der
Bewertungsergebnisse verweist sie auf die hinteren Plätze.
Die Banken haben ihre prekäre Situation zwar bereits erkannt, wie
die Autoren zeigen. So hat die Deutsche Bank - die in der Studie noch
am besten abschneidet - mit ihrer klaren Fokussierung auf
internationales Investment Banking, mit selektivem europäischem
Retail Banking und mit dem Outsourcing von Teilfunktionen schon
reagiert. Auch die Postbank hat mit dem konsequenten Ausbau des
Retailbanking sowie durch den Aufbau des Transaction Banking den Weg
in eine Spezialisierung eingeschlagen. Gleichwohl wird es für sie und
die anderen Kreditinstitute ein harter Überlebenskampf im
europäischen Markt werden, so die Autoren der Studie.
Die vollständige Analyse kann unter www.esmt.org/en/pressroom heruntergeladen
werden.