Die Deutsche Börse will die Gebühren für das Aktienhandelssystem „Xetra Best“ senken und so eine Abwanderung des Aktienhandels an die Plattform "Turquoise“ (Türkis) verhindern. Unter diesem Namen planen mehrere Großbanken eine eigene Handelsplattform für Wertpapiere mit dem Ziel, die Kosten beim Wertpapierhandel zu senken. Dies berichtet das Handelsblatt.
Bei dem neuen System wird der Aktienkauf eines Kunden entweder durch einen Verkaufsauftrag der Bank oder direkt aus dem Bestand der Bank realisiert. Hierbei spart sich die Bank die Gebühren für den zwischengeschalteten Aktienhändler, da die Transaktion intern abgewickelt wird. In Finanzkreisen spricht man deshalb auch von Internalisierung.
An dem Projekt "Turquoise" sind insgesamt sieben Banken, darunter die Deutsche Bank, Morgan Stanley und die Schweizer Bank UBS, beteiligt. Dem Handelsblattbericht zufolge stehen die Banken kurz davor, einen Technologiepartner für die neue Plattform auszuwählen. Bereits im November soll das Projekt funktionsfähig sein.
Die Deutsche Börse versucht nun ihrerseits, die Kundschaft mit massiven Gebührensenkungen zu halten. Die Gebühren auf dem System "Xetra Best", derzeit 0,01 Prozent des zu handelnden Gegenwertes, sollen noch einmal spürbar gesenkt werden. Darüber hinaus wird auf "Xetra Best" sichergestellt, dass die "beste Ausführung" (Best Execution), die durch eine neue EU-Richtlinie vorgeschrieben wird, beim Aktienhandel durchgeführt wird. Best Execution bedeutet, dass der Kauf/Verkauf zu dem Kurs, der auf dem liquidesten Handelssystem gilt, ausgeführt wird.
Ob die Deutsche Börse mit ihrem derzeitigen Werbefeldzug bei den großen Investmenthäusern Erfolg haben wird, wird sich zeigen. Einmal ist es ihr bereits gelungen, einen Wettbewerber mit "Xetra Best" zu verdrängen. Die US-Börse Nasdaq hatte im Jahr 2003 mit der Dresdner Bank und der Commerzbank den Versuch einer eigenen Handelsplattform in Deutschland gestartet. Durch die Konkurrenz von "Xetra Best" überlebte Nasdaq Deutschland nur drei Monate.
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