Das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland erreichte 2007 etwa 4,76 Billionen Euro. Im Vorjahr waren es 4,53 Billionen Euro. Das geht aus aktuellen Schätzungen der Volkswirte der Dresdner Bank hervor. Demnach stieg das Bruttogeldvermögen im vergangenen Jahr um rund 5 Prozent. Der Zuwachs lag damit im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
Trotz der Turbulenzen an den Börsen hatte die gute Aktienmarktentwicklung im fünften Jahr in Folge einen großen Anteil an der Steigerung des Geldvermögens der privaten Haushalte, so die Dresdner Bank. Der deutsche Aktienindex (DAX) legte um 22 Prozent zu, Mitte des Jahres 2007 hatte er sogar ein neues Allzeithoch erreicht. Rund 40 Prozent des Geldvermögenszuwachses, der sich 2007 auf insgesamt 230 Milliarden Euro belief, waren auf Bewertungsgewinne des Geldvermögens zurückzuführen, knapp 60 Prozent flossen als neue Anlagemittel zu.
Nach Angaben der Dresdner Bank sparten die Deutschen 2007 zudem etwas mehr als ein Jahr zuvor. Die Sparquote der privaten Haushalte stieg von 10,5 Prozent im Jahr 2006 auf geschätzte 10,8 Prozent im Jahr 2007, nachdem 2006 im Vorfeld der Mehrwertsteuererhöhung vielfach noch größere Anschaffungen vorgezogen worden waren.
Die Unruhe an den Finanzmärkten hielt die Deutschen auch 2007 von risikoreichen Anlagen ab, begründen die Ökonomen das vorsichtige Anlageverhalten, das die Deutschen bereits in den vergangenen Jahren und auch 2007 an den Tag legten. "Mehr noch: die ohnehin vorhandene Risikoaversion der Anleger dürfte sich nochmals verstärkt haben", sagte Renate Finke, Volkswirtin bei der Dresdner Bank.
Im Jahr 2007 ist voraussichtlich zum siebten Mal in Folge netto Geld aus Aktienanlagen abgezogen worden. Weiter steigende Zinsen zu Beginn des vergangenen Jahres und damit einhergehende Kursrückgänge dämpften auch die Attraktivität von Anlagen in Rentenwerte und -fonds. Entsprechend verzeichneten Geldmarktfonds und Termingelder starke Zuflüsse, zumal die Zinsdifferenzen zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen immer mehr abschmolzen. Auch Sparbriefe erfreuten sich neuer Beliebtheit. Als sichere Anlage mit vergleichsweise hohen Renditen konnten sie deutliche Zuwächse verbuchen.
Sparbestimmend war auch wieder das Motiv der privaten Altersvorsorge; hier setzte sich der Rekordkurs insbesondere bei den Riester-Renten fort, so die Dresdner Bank. Entsprechend dürfte der Anteil der Versicherungen und Pensionseinrichtungen an der Vermögensbildung trotz ansonsten eher schwieriger Rahmenbedingungen weitgehend stabil geblieben sein.
Der größte Teil der Geldvermögen liegt weiterhin als Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie als Sparbriefe bei Banken (gut 33 Prozent), gefolgt von Anlagen bei Versicherungen (rund 25 Prozent). Etwa 12 Prozent sind in Investmentfonds und knapp 10 Prozent in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. Gerade festverzinsliche Wertpapier haben in den vergangenen Jahren durch die stark gefragte neue Produktpalette der Zertifikate (diese zählen zu den Rentenwerten) neuen Schub bekommen. Wegen der hohen Bewertungsgewinne konnten Aktien trotz Abflüssen ihren Anteil am Geldvermögen von 8,3 Prozent (2006) auf rund 9,5 Prozent (2007) leicht ausbauen.