Die Dresdner Bank erwartet eine baldige spürbare Erholung an den internationalen Aktienmärkten. Nach Mitteilung des Finanzinstituts würden die internationale Finanzkrise und damit einhergehende Inflationsängste kurzfristig noch für starke Schwankungen bei den Börsenkursen sorgen.
Die Dresdner Bank bleibe dennoch bei ihrer optimistischen Prognose, nach der der Deutsche Aktienindex (DAX) zum Jahresende bei 7.100 Punkten schließen sollte (aktueller Stand: 6.418,40 Punkte).
Beim Ölpreis rechnet die Bank bis Jahresende mit einer weiteren Korrektur nach unten. Man gehe von einem Ölpreis von künftig etwa 110 US-Dollar je Barrel aus. Derzeit liegt der Preis für ein Barrel Rohöl bei 131,50 US-Dollar.
Für Holger Bloschke, Chief Investment Officers der Dresdner Bank, ist die Entwicklung des Ölpreises neben der Inflation das zweite große Risiko für die Stabilität der Weltkonjunktur. Die hohen Rohstoffpreise würden sowohl Verbraucher als auch Unternehmen belasten und die Gewinnmargen drücken. Das Finanzinstitut erwartet eine Erholung an den Rohstoffmärkten und ab Herbst auch eine niedrigere Inflationsrate. Ein Augenmerk müsse aber auf die anstehenden Lohnrunden gelegt werden. Eine Erhöhung der Löhne könnte durch eine einsetzende Lohn-Preis-Spirale die Inflation weiter verstärken.
Für eine generelle Entwarnung sieht die Dresdner Bank allerdings noch keinen Spielraum. Es werde noch einige Quartale brauchen, bis sich der Finanzmarkt wieder normalisiere. Allerdings liegt nach Ansicht Bloschkes das Verhältnis von Aktienkurs zum erwarteten Unternehmensgewinn (Kurs-Gewinn-Verhältnis – KGV) bei vielen Unternehmen deutlich unter früheren Durchschnittswerten. Dies spreche für eine Investition in Aktien. Die Märkte würden erwartete Gewinnrückgänge in die Aktienkurse bereits einrechnen.
Schlüsselfaktor bleibe nach wie vor die weitere Entwicklung am US-Immobilienmarkt. "Die gefallenen Häuserpreise werden auf längere Sicht zu einer wieder stärkeren Nachfrage führen. Solange die Preise jedoch weiter fallen, warten potenzielle Käufer eher noch ab." Mit einer nachhaltigen Erholung des US-Immobilienmarktes sei in nächster Zeit daher nicht zu rechnen.
Die Weltkonjunktur werde sich so schnell nicht erholen, meint Bloschke. Die Dresdner Bank erwartet, dass das Wachstum im Euroraum 2008 auf 1,7 % und 2009 auf 1,5 % zurückfällt. Aller Voraussicht nach werde sich der US-Dollar erholen und bei 1,50 US-Dollar je Euro einpendeln.