Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL soll der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) seine Bestrebungen um den Kauf der Landesbank Berlin im nächsten Jahr nicht weiter verfolgen. Grund hierfür sei eine Rechtsauffassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), wonach der DSGV im Falle eines Kaufs wie ein Finanzinstitut behandelt würde.
Der Verband müsste den Kaufpreis für die Landesbank, der auf fünf bis sechs Milliarden Euro geschätzt wird, mit Eigenkapital unterlegen. Dies würde, so der Bericht, zu Lasten der Kreditvergabe der Sparkassen für den Mittelstand gehen. Aus diesem Grunde sei sich der Vorstand des DSGV einig gewesen, dass ein Kauf der Landesbank Berlin über den Verband nicht mehr in Frage komme.
Der DSGV hat den Bericht des SPIEGEL bereits dementiert. Selbst wenn die Rechtsauffassung der BaFin zutreffen würde, so ein Sprecher des Verbandes, gäbe es für den DSGV genug Möglichkeiten, sich am Bieterverfahren zu beteiligen. Eine, vom DSGV jedoch nicht bestätigte Möglichkeit könnte ein Bieterkonsortium aus finanzstarken Sparkassen sein. Da dies jedoch aufgrund der Komplexität des Vorgangs nicht ganz einfach sei, mutmaßen Branchenkenner, dass die Chancen für private Investoren im Rennen um die Landesbank Berlin wieder gestiegen seien.
Aufgrund von EU-Auflagen muss das Land Berlin seinen Mehrheitsanteil an der Landesbank bis Ende 2007 verkaufen. Zur Landesbank gehört auch die Berliner Sparkasse, an der vor allem private Institute großes Interesse haben.
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