Als methodisch fragwürdig und deshalb kaum verwendbar hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) eine Studie "World Retail Banking Report 2005" der Beratungsfirma Capgemini, dem europäischen Verband EFMA sowie der niederländischen ING-Bank bezeichnet. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Kosten für Bankdienstleistungen insbesondere in Italien aber auch in Deutschland über dem Durchschnitt anderer Industrienationen lägen.
Die Studie, so der DSGV, sei zum einen nicht repräsentativ, da nur 130 Kreditinstitute aus 19 Ländern stichprobenartig beleuchtet wurden. Allein in Deutschland gibt es 2466 Kreditinstitute. In Deutschland selbst wurden nur sieben Institute untersucht. Dabei gibt die Studie keinerlei fundierten Aufschluss darüber, wie die Erkenntnisse und Daten erhoben wurden. Fraglich bleibt, wie die dezentralen Verbundgruppen, die Sparkassen-Finanzgruppe und die Volks- und Raiffeisenbanken, untersucht wurden.
Mittels zweier „Warenkörbe für Finanzdienstleistungen“ wird versucht, Preisvergleiche von Bankdienstleistungen anzustellen. Sowohl bei den Warenkörben wie auch den Preisindizes wird nicht erläutert, wie die Zusammensetzung und Berechnungen erfolgen. So ist nicht ersichtlich, welche genaue Struktur die einzelnen Produkte haben und wie sie gewichtet werden.
Auch im Vergleich zum Report 2004 sind die offensichtlichen Ergebnisschwankungen ein deutliches Zeichen für methodische Schwächen, so der DSGV. So haben sich die Kosten im Vergleich der Studien für Italien offensichtlich fast halbiert. Erklärt wird dieser Ergebniswandel nicht. Dies zeigt einen offensichtlich willkürlichen Wandel des Bewertungsschemas an. Auch Deutschland lag in der Vorgänger-Studie noch im unteren Mittelfeld und ist mittlerweile auf Rang 2 der höchsten Kosten. Solche extremen Preisvariationen entsprechen nicht den Marktrealitäten.
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