Die US-Notenbank hat erstmals seit vier Jahren wieder ihren Leitzins angehoben. Jetzt stellt sich für viele die Frage, wie die Europäische Zentralbank (EZB) reagieren wird. Nach Ansicht von Postbank-Volkswirten wird sich die Europäische Zentralbank bis Anfang kommenden Jahres Zeit lassen und die wirtschaftliche Entwicklung genau beobachten. Dann wird mit einer moderaten Erhöhung der Zinsen gerechnet.
Zwar hat die Inflationsrate im Euroraum die für die EZB wichtige Marke von zwei Prozent überschritten. Auslöser hierfür war vor allem der hohe Ölpreis.
Angesichts wieder sinkender Ölnotierungen ist mit Blick auf die kommenden Monate hier jedoch mit einer Entlastung zu rechnen. Zudem erholt sich die Konjunktur im Euroraum eher schleppend. Vor diesem Hintergrund dürften die europäischen Währungshüter den von vielen Volkswirten erwarteten Zinserhöhungszyklus erst Anfang kommenden Jahres einleiten.
Bis Mitte nächsten Jahres wird der EZB-Leitzins um 0,75 Prozentpunkte höher
bei 2,75 Prozent erwartet. Als auch interessant erweist sich ein Blick auf die heimischen Kapitalmarktzinsen. Dort erwarten die Ökonomen der Postbank einen nur moderaten Anstieg der Rendite von 10jährigen Bundesanleihen bis zum Jahresende auf 4,5 Prozent. Bis Mitte 2005 rechnen sie dann mit einer weiteren Bewegung in Richtung fünf Prozent. (bs)
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