Die Commerzbank muss für die Unterstützung in Höhe von 16,4 Milliarden Euro durch den Steuerzahler nach Auflage der EU-Kommission im Gegenzug seine Tochter Eurohypo innerhalb von fünf Jahren verkaufen. Außerdem verbietet Brüssel dem Kreditinstitut Wettbewerbskonditionen, mit denen die Bank besser als ihre Konkurrenz dastehen könnte. Das teilt das Kreditinstitut mit.
Bank muss auf Akquisition verzichten
Zusätzlich bestimmte die Brüsseler Wettbewerbsbehörde, dass sich die Commerzbank von weiteren, kleineren Geschäftsteilen trennen müsse, berichtet zum gleichen Thema die "Financial Times Deutschland" (FTD).
Weiterhin sei gemäß den EU-Vorlagen vorgesehen, dass die Commerzbank in den kommenden drei Jahren auf Akquisitionen verzichtet, keine Zinsen auf Hybridkapital (Finanzmarkttitel, die die Eigenschaften unterschiedlicher Wertpapier-Typen vereinigen) zahlt und in Geschäftsfeldern oder Produktgruppen, in denen sie einen Marktanteil von mehr als fünf Prozent hat, keine günstigeren Konditionen als ihre Wettbewerber anbietet. Der Kurs der Commerzbank-Aktie ging nach Angaben der Zeitung nach der Genehmigung aus Brüssel kräftig nach oben.
Staat hält 25 Prozent an Commerzbank
Für die Milliardenhilfe erhält der Staat 25 Prozent Anteil plus eine Aktie an der Bank. Hintergrund für die staatlichen Hilfen waren die hohen Verluste durch Immobilienfinanzgeschäfte und die Übernahme der Dresdner Bank, schreibt die Zeitung. Nach Einschätzung der EU-Kommission könne durch die zusätzlichen Auflagen die langfristige Rentabilität der Commerzbank gesichert werden. Die geplanten Veräußerungen machen nach Kommissionsangaben rund 45 Prozent der derzeitigen Bilanzsumme der Commerzbank aus, schreibt die FTD.
Bank erwartet erst 2011 wieder Gewinn
Für dieses Jahr verzeichnet die Commerzbank nach ihren Angaben einen Fehlbetrag von 861 Millionen Euro. Nach Einschätzung von Commerzbank-Chef Martin Blessing werde die Bank erst wieder im Jahr 2011 Gewinne erwirtschaften. Die Belastungen aus der Finanzkrise seit Anfang 2008 liegen bei fast 17 Milliarden Euro.
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hoffe, dass andere angeschlagene deutsche Banken dem Beispiel der Commerzbank folgen werden. "Die europäischen Banken müssen langfristig aber ohne staatliche Unterstützung auskommen", sagte Kroes.
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