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Europäischer Bankensektor auf Konzentrationskurs 

Fusionen im europäischen Finanzdienstleistungssektor nehmen zu, und das hauptsächlich unter Banken und auf nationaler Ebene. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Das sind die Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PwC). Demzufolge ist das Übernahmevolumen 2006 insgesamt um fast 80 Prozent angestiegen; im Bankensektor hat es sich verdoppelt und machte damit über 70 Prozent des Transaktionsvolumens in der gesamten Finanzdienstleistungsbranche aus.

"Der drastische Anstieg ist in erster Linie auf den Bankensektor zurück zu führen. Während hier in den vergangenen Jahren grenzüberschreitende Fusionen dominierten, stand 2006 vor allem in Italien und Frankreich die Konsolidierung auf nationaler Ebene im Vordergrund", erläutert Daniel Knüsel, Partner bei PwC im Bereich Financial Services. Das Volumen der inländischen Transaktionen verdreifachte sich gegenüber 2005 auf rund 76 Milliarden Euro, während sich der Wert grenzüberschreitender Verbindungen mit knapp 61 Milliarden Euro im Jahr 2006 nur geringfügig erhöhte.

Deutsche Institute waren 2006 eher Zuschauer als Beteiligte des Fusionsgeschehens: Ihr Anteil am gesamten Transaktionsvolumen sank gegenüber 2005 von 28 Prozent auf nur noch 1,7 Prozent. Nach Einschätzung von Knüsel dürfte Deutschland in diesem Prozess auch weiterhin eine Nebenrolle spielen. "Das dreigliedrige System aus privaten, öffentlichen und genossenschaftlichen Banken bleibt wohl auch in Zukunft in Deutschland stabil." kommentiert er. Eine Konsolidierung des deutschen Bankensektors werde es in nächster Zeit eher innerhalb der drei Säulen geben.

Dabei zeigte sich vor allem in Italien der Trend zur Bildung nationaler Champions: 2006 waren drei Zusammenschlüsse italienischer Banken unter den zehn größten Deals im Finanzdienstleistungssektor. Französische Banken versuchten dagegen eher, sich durch Zukäufe im Ausland ein zweites Standbein neben dem Heimatmarkt zu verschaffen. So waren französische Institute an der Mehrzahl der 13 grenzüberschreitenden Zusammenschlüsse als Bieter beteiligt. US-Investoren hielten sich 2006 mit Zukäufen im europäischen Bankensektor stark zurück.

Die SEPA-Richtlinie der Europäischen Union, welche die grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrssysteme in der EU vereinheitlichen soll, fördert die Konsolidierung zusätzlich. Nach Einschätzung von PwC treiben der zunehmende Wettbewerb und die durch SEPA entstehenden Zusatzkosten die Finanzinstitute, aber auch die Anbieter technischer Lösungen für den Zahlungsverkehr zu Zusammenschlüssen.

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