Eine interne Liste des Finanzdienstleisters AWD, die dem Fernsehmagazin "Panorama" vorliegt, belegt Falschberatung in mehr als 34.000 Fällen. Vielen Anlegern wurden in den 90er Jahren geschlossene Fonds durch AWD-Berater vermittelt.
AWD vermittelte hochriskante Finanzbeteiligungen
Bei den sogenannten "Drei-Länder-Fonds" handelt es sich um hochriskante Finanzbeteiligungen, die auch einfache Anleger zu haftenden Unternehmern machen. Die Fonds entwickelten sich nach Angaben der Stiftung Warentest durchweg schlecht, brachten aber dem AWD und seinen Beratern hohe Provisionen. Die Anleger mussten mitunter Verluste von mehreren zehntausend Euro hinnehmen.
Zusätzlich wurden mindestens 20 Prozent der Beteiligungen über Kredite erworben, die der AWD den Anlegern gleich mit verkaufte. Die Kunden wurden durch den Verlust des Investments und den Kreditschulden doppelt geschädigt. Verbraucherschützer sehen in der Liste einen Beleg für systemische Falschberatung.
AWD zu keiner Stellungnahme bereit
Laut "Panorama" war man sich beim AWD bereits im September 2006 der Problematik bei mehreren "Drei-Länder-Fonds" bewusst. Führende AWD-Manager berieten damals, wie sie klagewillige Anleger ruhig stellen könnten. Der Finanzdienstleister wollte bislang keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen und berief sich auf das Geschäftsgeheimnis.
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