Der Immobilienfinanzierer Aareal muss nach einer Prüfung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) seine Risikovorsorge drastisch erhöhen und erwartet nun für das Gesamtjahr einen hohen Verlust. Vorstandschef Herr Karl-Heinz Glauner hatte am Montag in der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung um sofortige Entlassung gebeten. Der Aufsichtsrat hat dieser Bitte mit Bedauern entsprochen.
Die Bank wird im Anschluss an die Prüfung einen zusätzlichen Risikovorsorgebedarf in Höhe von 276,6 Mio. Euro berücksichtigen, teilte das Unternehmen mit. Die gesamte Risikovorsorge der „Aareal“ steige damit auf 385 Mio. Euro. Damit hat die Bank nun mit einem Verlust beim Jahresergebnis nach Steuern in Höhe von 100 Mio. Euro zu rechnen. Dank ihrer Reserven könnte sie die zusätzliche Risikovorsorge aber aus eigener Kraft finanzieren.
Anleger und Analysten reagierten schockiert und mit Unverständnis auf die Fehleinschätzungen seitens der Bank, hieß es bei der Financial Times Deutschland. Nach Bekanntgabe der Prüfergebnisse am Montag brach der Aktienkurs vorübergehend um etwa ein Drittel ein, erholte sich im Tagesverlauf aber wieder leicht. Am Ende schloss die Aktie bei 22, 36 Euro, immer noch ein dickes Minus von 22 Prozent. Zuletzt hatte die Bafin bei der Frankfurter Sparkasse ähnlich hart durchgegriffen und Bewertungskorrekturen in Millionenhöhe angeordnet.
(cu)
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