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Fondsgebundene Versicherung nicht übereilt kündigen 

Durch die neuen Pflichtmeldungen der Versicherer zur Wertentwicklung haben viele Versicherte in den letzten Wochen erstmals erfahren, wie schlecht sich ihre fondsgebundenen Versicherungen entwickelt haben. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt jedoch davor, die Verträge vollständig und übereilt zu kündigen.

"Wer jetzt übereilt kündigt, nimmt alle Verlustbringer auf einmal mit: Hohe Provisionen, überzogene Verwaltungskosten und die Kurseinbrüche an den Börsen", sagte der Versicherungsreferent der Verbraucherzentrale, Michael Wortberg.

Hoher Verlust durch vorzeitige Kündigung

Wortberg zeigt in einem Fallbeispiel den hohen Verlust durch eine übereilte Kündigung der fondsgebundenen Versicherung. Nach 11 Jahren Beitragszahlung in eine fondsgebundene Rentenversicherung in Höhe von insgesamt etwa 6750 Euro würde der Rückkaufswert jetzt gerade noch 4549 Euro betragen. Ergänzend teilt der Versicherer mit, dass dieser Betrag noch nicht einmal vollständig ausgezahlt werden könnte, weil ein Teil der Fondsanteile wegen der Finanzkrise derzeit nicht zurückgegeben werden könne. Einige Fonds seien vorübergehend geschlossen, um einen zu starken Mittelabfluss zu verhindern.

Vertrag beitragsfrei stellen

Betroffenen, die über eine Kündigung ihrer fondgebundenen Versicherung nachdenken, gibt die Verbraucherzentrale folgende Tipps: Wer jetzt merkt, wie schlecht seine fondsgebundene Versicherung sich entwickelt oder dass er überhaupt kein Typ für Risikoanlagen ist, der sollte seinen Vertrag beitragsfrei stellen, bessere Börsenzeiten abwarten, die Fondsentwicklung beobachten und erst nach einer Erholung der Kurse kündigen.

Wer seinen Vertrag gezielt und in Kenntnis der Risiken bei einem als ertragsstark getesteten Unternehmen abgeschlossen hat, sollte ihn unverändert fortführen. "Wer in diese Verträge jetzt weiter einzahlt, erhält mehr Fondsanteile fürs gleiche Geld", so Wortberg.

Vertragsschwachen Versicherern besser kündigen

Wer aber von seiner Gesellschaft die Mitteilung bekommt, dass gerade wegen der Krise die beitragsfreie Mindestsumme nicht erreicht ist, hat laut Wortberg ein Problem: "Bei den uns vorliegenden Anfragen handelt es sich häufig um Gesellschaften, die schon in der Vergangenheit nicht als ertragsstark eingestuft waren. Die Weiterführung und Hoffnung auf Erholung der Kurse kommt dann schon einem Spekulieren an der Börse recht nahe."

Er rät daher insbesondere bei jüngeren Verträgen zu einem verlustreichen Ende mit Schrecken zu einer ausführlichen Beratung einer unabhängigen Stelle über eine bessere Geldanlage zum Aufbau der privaten Altersvorsorge.

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