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Frauen sollten mehr risikieren 

Frauen legen ihr Geld vorsichtiger an als Männer, erzielen dabei geringere Renditen und sind dadurch im Ruhestand auch schlechter versorgt. Kontrollieren Frauen die Haushaltskasse, erzielen sie mit sämtlichen getroffenen Vorsorgemaßnahmen nach Renteneintritt 53 Prozent ihres letzten Brutto-Haushaltseinkommens. Sind dagegen Männer die Finanzentscheider, werden im Alter noch 59 Prozent des letzten Brutto-Haushaltseinkommens erreicht. Dies ist das Ergebnis des jüngst erstellten Fidelity Renten- und Alterssicherungs-Index (Fidelity REAL-Index 2007).

Erwerbstätige Frauen sorgen fast ebenso häufig privat und betrieblich vor wie Männer. Nur 6 Prozent von ihnen (Männer: 5 Prozent) vertrauen ausschließlich auf die gesetzliche Rente. Jedoch müssen Frauen im Ruhestand mit weniger Geld auskommen. "Frauen machen es sich durch ein defensives Anlageverhalten schwerer als nötig, ihren gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu halten. Sie sorgen häufiger als Männer mit niedrig verzinsten, primär sicherheitsorientierten Geldanlagen vor. Für Frauen besteht somit besonderer Handlungsbedarf, soll sich ihre Versorgungssituation verbessern", sagte Dr. Klaus Mössle, Geschäftsführer und Leiter des Institutionellen Geschäfts von Fidelity International in Deutschland.



So setzen beispielsweise 27 Prozent der Frauen (Männer: 24 Prozent) auf Sparbücher zur Altersvorsorge, während stärker chancenorientierte Finanzprodukte bei Frauen seltener zu finden sind. Investmentfonds besitzen 11 Prozent (13 Prozent), ein Wertpapierdepot nur 7 Prozent (12 Prozent) der weiblichen Erwerbstätigen. Das defensive Anlageverhalten verschärft die finanziellen Nachteile, die Frauen durch Berufspausen ohnehin erleiden. "Aufgrund von Kindererziehung oder Pflegefällen in der Familie müssen viele Frauen Verdienstausfälle sowie unregelmäßige Einzahlungen ins staatliche Rentensystem in Kauf nehmen. Sie können es sich daher noch weniger als Männer leisten, Rendite zu verschenken. Um effizient vorzusorgen, sollten beispielsweise liquide Mittel in Sparbüchern nur insoweit vorgehalten werden, als das Geld kurzfristig benötigt wird", so Mössle.



Sofern Frauen und Männer bisher nicht zusätzlich privat oder betrieblich vorsorgen, begründen sie dies sehr unterschiedlich. So führen 43 Prozent der Frauen - aber nur 29 Prozent der Männer - ohne Zusatzvorsorge an, sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt zu haben. Auch der Grund, kein Geld für die Vorsorge zu haben, wird von Frauen (86 Prozent) deutlich öfter genannt als von Männern (79 Prozent).

Der Fidelity REAL-Index setzt das berechnete Brutto-Haushaltseinkommen nach Renteneintritt ins Verhältnis zum berechneten letzten Brutto-Haushaltseinkommen vor Renteneintritt. Für die Datenerhebung befragte das Marktforschungsinstitut creative analytic 3000 im Auftrag von Fidelity eine repräsentative Gruppe von 2.010 Erwerbstätigen im Alter zwischen 20 und 65 Jahren (Haushaltsbasis).

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