Der neue, von den Zahlkartenorganisationen Europay, Mastercard und Visa entwickelte Sicherheitsstandard EMV ist nun auch für Geldautomaten verfügbar. Die erste EMV-Transaktion an einem Frankfurter
Postbank-Geldausgabeautomaten mit einer MasterCard zeigte, dass die
Umsetzung der neuen Sicherheitstechnologie gelungen ist. Damit hat
die seit diesem Jahr verbindliche EMV-Technologie den Praxistest auch
im Bereich der Geldausgabeautomaten bestanden.
Der internationale Sicherheits-Standard basiert auf einer
fälschungssicheren Chiptechnologie. Die Daten auf der Kreditkarte
sind durch seinen Einsatz besser geschützt und dem Missbrauch durch
gestohlene oder gefälschte Karten wird wirksam vorgebeugt.
"Wir freuen uns,
dass wir mit der Postbank die ersten sicheren Geldausgabeautomaten in
Deutschland eingerichtet haben - damit sind wir der erste Acquirer,
der zusammen mit seinem Kunden EMV an einem Geldausgabeautomaten
realisiert hat", äußert sich Manfred Krüger, Geschäftsführer der
ConCardis GmbH, die zusammen mit der Postbank und der GZS Gesellschaft für Zahlungssysteme an dem Projekt beteiligt war.
Ab sofort werden sukzessive alle rund 2000
Geldausgabeautomaten der Postbank EMV-fähig und bieten damit eine
sichere Infrastruktur für MasterCard- und Maestro-Transaktionen.
Seit dem 1. Januar ist der EMV-Standard verbindlich und europaweit gilt eine so genannte Haftungsumkehr: Die internationalen
Kartenorganisationen haften nicht mehr für Umsätze, die mit
gefälschten Magnetstreifen-Karten bei Händlern oder Banken getätigt
wurden, die keine EMV-Infrastruktur unterstützen. Kurz gesagt:
Rückbelastungen müssen EMV-Verweigerer künftig selbst tragen.
"Spätestens zur Fußball WM im
nächsten Jahr werden Hunderttausende ausländische Fußballfans mit
ihrer Kreditkarte an deutschen Geldausgabeautomaten Bargeld ziehen -
das Betrugspotenzial ist dann leider sehr groß, wenn sich die
Institute nicht rechtzeitig durch eine EMV-Infrastruktur davor
schützen", so Manfred Krüger. Auch andere Banken und
Sparkassen arbeiten mit Hochdruck an der Ausgabe einer neuen Kartengeneration. "Wenn alle Beteiligten weiter in diesem Tempo an
einem Strang ziehen, wird der Missbrauch in Europa kaum mehr eine
Chance haben", ist sich Krüger sicher. Länder wie Frankreich, Österreich und England verfügen bereits über vollständige EMV-Strukturen.