Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ist in Deutschland jeder Vierte nicht in der Lage, seine Rechnungen pünktlich zu bezahlen. So das Ergebnis einer Umfrage von Intrum Justitia zur Privatverschuldung in Deutschland, für die rund 500 Telefoninterviews durchgeführt wurden.
Zu den am häufigsten genannten Gründen für die finanziellen Schwierigkeiten gehören der Verlust des Arbeitsplatzes, eine Scheidung, die Einführung des Euro sowie hohe Kreditkosten. Insbesondere bei Personen mit einem niedrigen Einkommen sowie bei Alleinerziehenden ist die Lage prekär: Hier klagt jeder Dritte aktuell über Finanzprobleme.
Weil das zur Verfügung stehende Geld knapp ist, lassen die Deutschen so manche Rechnung weit über den eigentlichen Zahlungstermin hinaus erst einmal liegen. Hierzu gehören nach Angaben der Befragten vorrangig Strafzettel, die Handy- sowie Arztrechnungen. In aller Regel innerhalb der Zahlungsfrist werden dagegen die Miete sowie die Energieversorgungskosten bezahlt.
Das lange Liegenlassen von Rechnungen hat zur Folge, dass 14 Prozent der Befragten bereits Erfahrung mit einem Mahnschreiben des Gerichtsvollziehers oder eines Inkassounternehmens gemacht haben. Der durchschnittliche Deutsche erhält, so die Einschätzung der Befragten, jährlich rund sieben Mahnschreiben. Und diese zeigen Wirkung: 19 Prozent der Forderungen werden nach Erhalt des Mahnschreibens eines Inkassounternehmens sofort beglichen, in weiteren 26 Prozent der Fälle wird nach dem Kontaktieren des Unternehmens die Rechnung bezahlt. Und bei knapp der Hälfte der Mahnungen nimmt der Schuldner mit dem Inkassounternehmen Kontakt auf, um sich über Zahlungsmodalitäten zu verständigen.
(te)
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