Fast jeder fünfte Deutsche kann sich vorstellen, einen Teil seines Vermögens im Ausland anzulegen. Einfluss auf diese Entscheidung haben Informationsstand und Vermögensstatus der Befragten. So ziehen überdurchschnittlich viele Selbstständige, Besserverdienende, Höhergebildete, Trendbewusste und Internet-Nutzer eine Kapitalanlage im Ausland in Betracht. Knapp 30 Prozent haben sich über eine Kapitalanlage im Ausland noch keine Gedanken gemacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Raiffeisenbank Kleinwalsertal.
Nach dieser Umfrage denken 17,4 Prozent der Bundesbürger darüber nach, einen Teil ihres Kapitals im Ausland anzulegen. Darunter sind 28 Prozent der Freiberufler und Selbstständigen, sowie 26,5 Prozent der Haushalte mit einem Netto-Einkommen von mehr als 3.000 Euro monatlich. 27,3 Prozent der Befragten, die sich für aktuelle Entwicklungen und Geschehnisse interessieren, und 40,3 Prozent derjenigen, die das Internet täglich nutzen, denken über Bankplätze außerhalb Deutschlands ernsthaft nach. Generell sind 26 Prozent der Deutschen mit einem höheren Bildungsabschluss ebenfalls dazu bereit. Bei den 20-29-Jährigen denken 31,9 Prozent darüber nach.
Als wichtigster Grund wurde die langfristige Sicherung des Vermögens genannt (12,6 Prozent).
Laut Willi Fritz, dem Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisenbank Kleinwalsertal AG, entscheiden vor allem die Jüngeren unkompliziert, da für sie Kompetenz und Erfahrung zählten. Jährlich durchgeführte Banken-Tests würden die überdurchschnittliche Qualität ausländischer Anbieter belegen.
Wie weiter aus der Umfrage hervorgeht, nennen 10,3 Prozent der Deutschen, die einer Kapitalanlage im Ausland gegenüber aufgeschlossen sind, den besseren Schutz der Privatsphäre als Motiv. So wird in Deutschland das Bankgeheimnis immer stärker aufgeweicht und die Anleger würden immer mehr zu "gläsernen Kunden". Das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Deutschland kann ab April 2005 auf Wunsch des Finanzamts bei Banken Kunden-Daten abfragen und den jeweiligen Behörden übermitteln. Anders ist das z.B. in Österreich. Dort hat das Bankgeheimnis Verfassungsrang, wodurch die finanzielle Privatsphäre einem höheren rechtlichen Schutz untersteht.
Darüber hinaus ist es für 19 Prozent der Befragten, die sich Vermögensanlage im Ausland vorstellen können, wichtig, deutschsprachige Ansprechpartner zu haben. Immerhin noch 9,8 Prozent der Befragten, die Vorteile bei ausländischen Vermögensverwaltern sehen, wollen ihre Finanzangelegenheiten mit Urlaub verbinden.