Wer bei Banken Angebote für einen Kredit einholt, verschlechtert damit womöglich seine Chancen, den Kredit zu günstigen Konditionen zu bekommen. Nach einer Stichprobe des ARD-Wirtschaftsmagazins „plusminus“ verschlechtern sich die Zinskonditionen für Verbraucherkredite allein schon durch das Einholen von Vergleichsangeboten.
In dem Test der plusminus-Redaktion wurden bei insgesamt neun Banken mehrfach Angebote für einen Kredit von 5.000 Euro mit einer Laufzeit von 4 Jahren eingeholt. Wie im Kreditgeschäft üblich starteten die Banken Anfragen bei der SCHUFA. Allein Anfragen werden bei der SCHUFA registriert und führen zu einem Eintrag beim potentiellen Kreditnehmer. Obwohl nur ersichtlich ist, dass er bereits ein Kreditangebot eingeholt hat, war dies für viele Banken Grund genug, die Zinsen bei der nächsten Anfrage zu erhöhen. Die Zinsen wurden stellenweise um über 3 % erhöht.
„Eine große Zahl von Kreditanfragen innerhalb weniger Tage legt die Vermutung nahe, dass der potenzielle Kunde Schwierigkeiten hatte, bei einem anderen Institut einen Kredit zu bekommen“, rechtfertigte ein Sprecher der Citibank die veränderten Konditionen.
„Die Anfrage selber ist ein rein neutrales Merkmal, was nur der Dokumentation dient. Die Interpretation liegt allein bei den Banken. Sowohl die positive als auch die negative Interpretation ist Sache der Banken“, erklärte dagegen Stefan Horst von der SCHUFA Holding AG gegenüber plusminus.
Die Einträge werden nach Angaben der SCHUFA zwischen 10 und 14 Tagen in den Datenbanken gespeichert und dann gelöscht, wenn kein Kreditvertrag abgeschlossen wird. Wer also Zeit hat, kann durch Abwarten eine Verschlechterung seiner Bonität vermeiden, rät plusminus.
Anmerkung der Banktip-Redaktion: Die Onlineabfrage von Kreditkonditionen bei unabhängigen Kreditvergleichern führt übrigens nicht zu einem SCHUFA-Eintrag und ist daher eine Alternative zum Bankbesuch.
BGH-Urteil: Reise-Umbuchungen bleiben teuer
Der BGH hat ein wichtiges Urteil in Sachen Reiseum...
mehr