Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) übernimmt zum 1.1.2008 die
Sachsen LB mit Sitz in Leipzig. Gemeinsam wollen beide Institute künftig,
basierend auf den Niederlassungen der
Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank), das Geschäft in Sachsen mit
dem Mittelstand und gehobenen Privatkunden ausbauen. Zudem wird die
Sachsen LB innerhalb der LBBW Kompetenzzentrum für Osteuropa sein, wo
sie auf Grund der geografischen Nähe über beste Beziehungen
insbesondere nach Polen, Tschechien und in die Slowakei verfügt.
Der Verkauf des Instituts war nach hohen Verlusten aus riskanten Geschäften im Zuge der US-Hypothekenkrise notwendig geworden. Zuletzt wurden Stimmen laut, die einen Rücktritt von Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt, als Landesvater quasi Chef eines der Haupteigentümer der Bank, forderten. Mit dem Verkauf ist auch einzige eigenständige Landesbank der neuen Bundesländer Geschichte. Als erste Sofortmaßnahme stellt die
Stuttgarter LBBW 250 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung. Die Eigentümer der SachsenLB, das Land Sachsen und Sachsens Sparkassen, erhalten ca. 300 Mio. Euro in bar und in LBBW-Anteilen. Das
Management der LBBW erwartet keine negativen Auswirkungen der
Übernahme auf die eigene Bonität.
Die Sachsen LB wurde 1992 gegründet. Sie beschäftigt rund 600
Mitarbeiter und verfügte Ende letzten Jahres über eine Bilanzsumme
von knapp 68 Mrd. Euro. Eigentümer sind bisher die
Sachsen-Finanzgruppe und der Freistaat Sachsen. Beide werden ihre
Anteile an die LBBW übertragen und dafür Anteile der LBBW erhalten.
Innerhalb der LBBW-Gruppe wird die Sachsen LB künftig in Form eines
Mutter-Tochter-Modells geführt. Ein ähnliches Modell wird bereits mit
der Landesbank Rheinland-Pfalz erfolgreich praktiziert, die seit
einigen Jahren zum LBBW-Konzern gehört.
Bei der Sachsen LB sollen der Standort Leipzig und der Umfang der
Beschäftigung erhalten blieben. Im operativen Geschäft wird die Bank
den Fokus analog dem bewährten Geschäftsmodell der LBBW stärker auf
den Mittelstand und das gehobene Privatkundengeschäft richten.
Überdies bleibt sie erster Partner der sächsischen Sparkassen. Dank
der Integration in den LBBW-Konzern erhalten die Kunden der Sachsen
LB künftig direkten Zugriff auf das umfangreiche Produkt- und
Leistungsspektrum der LBBW sowie zu deren internationalem Netzwerk.