Die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank sind mit derzeit 1,0 Prozent auf dem tiefsten Stand der Geschichte. Glaubt man den Einschätzungen führender Volkswirte, so wird das auch in den kommenden zwölf Monaten so sein. In der monatlichen Zinsumfrage der Financial Times Deutschland (FTD), die die Zeitung unter unter Ökonomen internationaler Banken durchführt, legten sich mehr als drei Viertel der Befragten darauf fest, dass der Leitzins auch in einem Jahr noch auf dem aktuellen Rekordtief von 1,0 Prozent liegt.
Zinswende frühestens Ende 2010
Eine Zinswende sei frühestens Ende 2010 zu erwarten, heißt es weiter. Im Gegenzug erwarten die Volkswirte allerdings auch keine erneute Zinssenkung für die nächsten 12 Monate. Diese scheinbare Untätigkeit der EZB wird von den Banken als Analysephase interpretiert. "Sie nehmen sich nun die Zeit zu beobachten, wie ihre bisherigen Schritte wirken", sagt Christel Aranda-Hassel, Leiterin der volkswirtschaftlichen Abteilung bei Credit Suisse, zur FTD.
Inflationskontrolle oberstes Gebot
Die EZB hatte bei früheren Zinsentscheidungen immer betont, dass es ihr vorrangig darum gehe, die Inflation im Euro-Raum unter Kontrolle zu halten. Maßstab ist dabei eine maximale Teuerungsrate von 2,00 Prozent. Im Juli 2009lagen die Verbraucherpreise jedoch sogar unter denen des Vorjahres. Für den Rest des Jahres und für 2010 gehen die Volkswirte von einer Inflationsrate deutlich unter der Zwei-Prozent-Marke aus. Zinsanhebungen werden unter diese Voraussetzungen wohl eher die Ausnahme bleiben.
Der EZB-Rat kommt an diesem Donnerstag zu seiner turnusmäßigen Sitzung zusammen, auf der er die wirtschaftliche und monetäre Entwicklung beurteilt und wichtige geldpolitischen Beschlüsse fast.
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