Die Deutsche Bank hat heute ihr Ergebnis für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2009 vorgelegt. Den kommunizierten Zahlen zufolge hat die Bank aller Krisenstimmung zum Trotz prächtig verdient. An der Börse verlor die Aktie dennoch. Analysten hatten von einigen Geschäftsbereichen mehr erwartet.
Verdoppelung des Vorjahresgewinns
Der Quartalsgewinn der Deutschen Bank nach Steuern belief sich auf 1,1 Mrd. Euro und lag damit um 67 Prozent über dem Vergleichswert vom Vorjahr. Noch deutlicher wird der enorme Gewinnzuwachs bei den Zahlen vor Abzug der Steuern. Hier summierte sich der Gewinn auf 1,3 Mrd. Euro, was im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 105 Prozent entspricht.
Das erste Halbjahr 2009 schloss die Deutsche Bank mit einem Gewinn nach Steuern von 2,3 Mrd. Euro. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 waren es noch 504 Mio. Euro.
Kursrutsch bei der Aktie trotz hohen Gewinns
Trotz all der guten Zahlen schickten die Börsianer den Kurs der Deutsche Bank Aktie auf Talfahrt. Grund hierfür sei die Qualität des ausgewiesenen Gewinns, sagen Analysten. So sei der hohe Vorsteuergewinn auf viele Sondereffekte zurückzuführen, sagen beispielsweise die Analysten des Investmenhauses JP Morgan Chase. Nach Herausrechnung dieser Sondereffekte bleibe ein enttäuschender Vorsteuergewinn, der die Erwartungen um 200 Mio. Euro verfehlt habe.
Unsicherer Zukunftsausblick
Ein weiterer Grund für die schwindende Euphorie der Aktienhändler ist der sehr vorsichtige Ausblick von Vorstandschef Josef Ackermann zur künftigen Entwicklung des größten deutschen Investmenthauses. "Der Ausblick für das verbleibende Jahr 2009 hängt stark davon ab, wie es mit der Entwicklung der globalen Wirtschaft weitergeht", sagte Ackermann während der Pressekonferenz zur Vorstellung der Zahlen.
In diesem Zusammenhang wird auch die um das Siebenfache erhöhte Risikovorsorge skeptisch bewertet. Den Experten zufolge ein Beleg dafür, dass die Bank von einer erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit im Kreditgeschäft ausgeht.
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