Nachdem die deutschen Banken und Sparkassen im vergangenen Jahr erstmals einen milliardenschweren Verlust verzeichnet haben, erwarten sie für dieses Jahr eine Entspannung der Lage. Dies geht aus dem aktuellen Monatsbericht für September der Deutschen Bundesbank hervor. „Die Ertragslage sollte sich entspannen“, heißt es hier. Der deutsche Bankenmarkt hat im vergangenen Jahr das erste mal in seiner Geschichte tiefgreifende Verluste verzeichnen müssen. Der Fehlbetrag lag nach Angaben der Bundesbank bei 3,7 Milliarden Euro.
Die Lage soll sich vor allem durch Kostensenkungen und eine sich verbessernde Konjunktur wieder entspannen. Im Jahr 2003 hat sich der zum Teil deutliche Personalabbau in den Kosten noch nicht bemerkbar gemacht, was vor allem auf die gezahlten Abfindungen zurück zu führen ist. Dies wird sich aber im Ergebnis des laufenden Jahres bemerkbar machen. Insgesamt sei die Zahl der Beschäftigten im Bankensektor um 27.000 reduziert worden, wobei der Großteil auf die privaten Banken entfallen ist.
Zu den gesenkten Verwaltungskosten kommt nun ebenfalls ein Rückgang der Firmeninsolvenzen. Ein stärkeres Risikobewusstsein der Banken führte dazu, dass im vergangenen Jahr die Vorsorge für faule Kredite um ein Drittel auf knapp 22 Milliarden Euro zurück ging.
Für 2003 zeigt sich die Deutsche Bundesbank im Monatsbericht vorsichtig optimistisch, was jedoch fast ausschließlich auf Kostensenkungsmaßnahmen zurück zu führen ist. Für das operative Geschäft fällt der Blick in die Zukunft verhaltener aus. Wenig dynamische Aktienmärkte und geringere Zinserträge durch ein rückläufiges Kreditvolumen sorgen kaum für eine bessere Entwicklung.
(sk)
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