Erneut ist eine Datenpanne beim Finanzdienstleister AWD bekannt geworden. Externe IT-Berater haben bei der Software-Entwicklung für den AWD mit echten Kundendaten gearbeitet. Das berichtet der Radiosender "NDR Info".
Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, bezeichnete die Software-Entwicklung mit Hilfe von echten Kundendaten als absolut unzulässig. Stattdessen wären für derartige Programmierungen Testdaten vollkommen ausreichend. Er sprach von einem "Datenschutz-Gau". Es wäre durchaus möglich gewesen, Daten zu manipulieren oder massenhaft herunterzuladen.
Geringerer Sicherheitsstandard für personenbezogene Kundendaten
AWD-Insidern zufolge gebe es bei dem Unternehmen einen geringen Sicherheitsstandard für personenbezogene Kundendaten, der weit unter dem einer Bank oder Sparkasse liege. Beispielsweise sei ein Zugang zum firmeneigenen Netzwerk mit mitgebrachten Notebooks möglich. Außerdem seien Rechner in der Konzernzentrale in Hannover mit freigeschalteten USB-Schnittstellen und CD-Laufwerken ausgestattet, die nicht kontrolliert würden. Leicht hätten so Tausende Datensätze heruntergelaen werden können.
Bereits im Oktober berichtete "NDR Info" über eine Datenpanne beim AWD. Dem Sender waren 27.000 Kundendaten zugespielt worden. Der AWD widersprach den Vorwürfen, die Daten seien veraltet oder nicht mehr existent. Zu den neuen Vorwürfen wollte der AWD zunächst keine Stellung nehmen.
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