Wie banktip bereits am Freitag berichtete, haben die Postbank, die Sparkassen-Finanzgruppe sowie die IT-Dienstleister der Volksbanken und Raiffeisenbanken, FIDUCIA IT und GAD, den neuen Online-Bezahldienst giropay gegründet. Bei der offiziellen Vorstellung am heutigen Montag gaben die Partner nun weitere Einzelheiten des Projekts bekannt.
Der neue Bezahldienst giropay basiert auf dem bekannten Online-Banking-Verfahren und verwendet die Umgebung, die dem Kunden von dort vertraut ist. Die Bezahlung mit giropay verläuft wie folgt: Bietet ein Online-Shop das Bezahlverfahren an, wird der Käufer automatisch über eine gesicherte Verbindung zur giropay-Anwendung seiner Hausbank oder Sparkasse geleitet.
Der gesamte Bezahlvorgang findet auf der Internet-Banking-Plattform des Kunden statt. Dem Kunden wird die URL angezeigt, die er vom Online-Banking seiner Bank oder Sparkasse kennt, also beispielsweise giropay.mein-kreditinstitut.de, giropay.gad.de oder giropay.fiducia.de. Auf der Login-Seite gibt der Käufer seinen Anmeldenamen beziehungsweise seine Kontonummer ein und autorisiert sich, wie beim Online-Banking auch, beispielsweise mit seiner PIN. Nach dem Login präsentiert giropay ein Überweisungsformular, in das automatisch alle relevanten Daten wie Kaufbetrag oder Kontoverbindung des Verkäufers eingesetzt sind. Der Anwender gibt die Zahlung durch Eingabe seiner Legitimationsdaten, z.B. einer gültigen TAN, frei. Der Händler erhält direkt im Anschluss an den Bezahlvorgang des Kunden eine Autorisierungsnachricht mit einer Zahlungsgarantie in Höhe des Transaktionswerts, sodass er die Ware direkt versenden kann. Dadurch entfällt das Warten auf den Zahlungseingang und der Kunde kann seine Ware schneller erhalten.
giropay verwendet die bestehenden und bewährten Sicherheitsmerkmale des Online-Bankings. Das Verfahren nutzt die SSL-128-Bit-Verschlüsselung zur sicheren Daten-Übertragung. Das Online-Zertifikat garantiert dem Kunden, dass er ausschließlich mit seinem Kreditinstitut kommuniziert. Er erkennt diese sichere Verbindung an einem kleinen Schloss-Symbol in seinem Browser, welches das Zertifikat und den „Fingerabdruck“ des Kreditinstituts enthält. Eine weitere Besonderheit ist, dass giropay nur direkt aus einem Online-Shop gestartet wird, nicht aber über die Eingabe der direkten URL erreichbar ist.
Setzt ein Kreditinstitut weitere Sicherheitsmerkmale wie die Anzeige der letzten verbrauchten TAN oder des Kundennamens ein, werden diese auch von giropay verwendet. Das Verfahren unterstützt zudem bestehende und zukünftige TAN-Verfahren wie iTAN (indizierte TAN), mTAN (mobile TAN), Smart-TAN und Smart-TAN plus.
Einzige Voraussetzung für Käufer, um giropay zu nutzen, ist ein für das Online-Banking freigeschaltetes Konto bei einem an giropay teilnehmenden Kreditinstitut. Eine zusätzliche Software, Registrierung oder Freischaltung durch den Anwender ist nicht erforderlich. Die Nutzung von giropay ist für den Kunden frei von zusätzlichen Kosten. Sofern die Hausbank oder Sparkasse Entgelte für Online-Überweisungen erhebt, gelten diese auch für Transaktionen mit giropay.
giropay wird den Online-Banking-Kunden der teilnehmenden Kreditinstitute voraussichtlich ab dem 23. Februar 2006 – zunächst über PayPal als ersten Partner – in vollem Umfang zur Verfügung stehen. An das offene System können sich weitere Kreditinstitute und Unternehmen anschließen.
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