Die SCHUFA warnt vor E-Mails, die derzeit mit dem "Betreff: Ihre negative SCHUFA-Auskunft" verschickt werden. Der Hinweis auf die SCHUFA
als Absender sei irreführend und entspreche nicht den Tatsachen, so die SCHUFA selbst. Hinter dem wahren Absender verbirgt sich ein teurer Service mit
zweifelhaftem Nutzen: Für 1,86 Euro pro Minute wird per Fax eine
Liste mit Banken und Kreditinstituten angeboten, die angeblich nicht
mit der SCHUFA zusammenarbeiten. Damit werden gezielt Verbraucher
angesprochen, die sich in einer finanziellen Notlage befinden. Von
der Kreditkarte bis zum Konto mit Dispokredit - alles soll damit
wieder möglich sein.
Der Nutzen solcher Listen ist allerdings äußerst fraglich: Statt
der im Werbetext angepriesenen Geldgeber finden sich dort vielfach
Banken, von denen der Interessent keinen Kredit ohne jegliche
Überprüfung seiner Bonität zu erwarten hat. Denn ohne entsprechende
Kreditwürdigkeit oder Sicherheiten gibt es auch hier keinen Cent.
"Das ist klar rechtswidrig", kommentiert Dr. Wulf Kamlah,
Rechtsexperte der SCHUFA, "was dem enttäuschten Kunden bleibt, sind
die hohen Kosten für den Abruf der Listen. Leider gibt es immer
wieder unseriöse Anbieter, die aus den Problemen verschuldeter
Menschen Kapital schlagen wollen. Besonders tückisch ist in diesem
Fall die Absenderangabe 'Ihre SCHUFA Auskunft': Dies weckt bei den
Verbrauchern fälschlicherweise den Eindruck die E-Mail stamme von der
SCHUFA. Wir prüfen daher rechtliche Schritte."
In der Regel trägt die SCHUFA-Auskunft dazu bei, die Kreditvergabe
oder das Eröffnen eines Kontos zu beschleunigen. Denn 93 Prozent der
bei der SCHUFA erfassten Bürger haben eine positive Kreditbiografie.
Wer seine Daten bei der SCHUFA einsehen möchte, kann dies in den
bundesweit 14 Verbraucherservicestellen tun oder seine Eigenauskunft
im Internet unter www.meineSCHUFA.de anfordern.