Über das Vermögen der Securenta AG wurde am 7.6.2006 das Insolvenzverfahren eröffnet. Damit steht die so genannte Göttinger Gruppe, einer der größten Anbieter auf dem Grauen Kapitalmarkt, vor dem Aus. Verbraucherschützer gehen davon aus, dass mehr als 100 000 Anleger aus ihren Einlagen gar nichts mehr wieder bekommen.
Die Verbraucherzentrale Thüringen rät Verbrauchern, die noch in bestehende Verträge einzahlen, sofort die weiteren Zahlungen einzustellen und dann abzuwarten. Nach ihren Angaben prüft der eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter zur Zeit, ob genügend Masse da ist, um ein Insolvenzverfahren zu eröffnen. Diese Prüfung könne mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Erst wenn das Insolvenzverfahren eröffnet wird, können die Anleger ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden.
Gleichzeitig warnten die Thüringer Verbraucherschützer nachdrücklich vor selbst ernannten Interessengemeinschaften. Wer als betroffener Anleger einen Serienbrief erhält mit dem Versprechen, dass gegen Zahlung eines geringen Beitrages doch die Möglichkeit bestünde, Gelder sicherzustellen, sollte nicht darauf eingehen. Hinter diesen Interessengemeinschaften stehen nicht selten Anwälte, denen es nur darum geht, Mandanten zu gewinnen. Im jetzigen Stadium der Affäre sei ein Anwalt aber überflüssig.
Von dem Insolvenzverfahren der Göttinger Gruppe ist auch die Securenta AG betroffen. Diese hatte ihr Produkt „Securente“ explizit als sichere Anlage für die private Rente beworben. Schon frühzeitig hatten Verbraucherzentralen vor dieser Geldanlage gewarnt, handelte es sich doch um eine so genannte "atypische stille Beteiligung", die mit für den Anleger unkalkulierbaren Risiken verbunden und für die Altersvorsorge völlig ungeeignet ist. Bereits 1992 stand der Finanzkonzern wegen seiner unseriösen Machenschaften auf einer Schwarzen Liste der Verbraucherzentrale Berlin.