Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hat heute das Vermögensbarometer 2007 - eine repräsentative Umfrage, die der Verband zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut ICON durchgeführt hat – vorgelegt. Danach ist die Sparleistung der Deutschen auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Im Jahr 2007 werden der Umfrage zufolge 166,3 Mrd. Euro an Sparbeträgen von den Bundesbürgern aufgebracht werden. Im Jahr 2006 waren es noch 159 Mrd. Euro. Trotz gestiegener Sparleistung hält der DSGV die Sparquote für zu gering. Insgesamt 10,5 Prozent ihres Einkommens legen die Deutschen im Schnitt zur Seite. Zu wenig, findet der DSGV, wenn man sich insbesondere die gestiegenen Anforderungen an die private Altersvorsorge betrachtet. Da der Verband eine Rücklage von zehn Prozent allein für die Altersvorsorge als erforderlich betrachtet, deute bei einer Sparquote von etwas über zehn Prozent vieles darauf hin, dass die Bundesbürger Versorgungslücken hätten.
Drei Viertel aller Bundesbürger haben bereits Maßnahmen zur Altersvorsorge ergriffen, davon planen 14 Prozent eine darüber hinaus gehende Vorsorge. Neun Prozent der Bundesbürger wollen mit der finanziellen Vorsorge starten. Den größten Anstieg konnte in den vergangenen Jahren die Rentenversicherung verzeichnen. Mehr als jeder zweite Bundesbürger hat mittlerweile eine abgeschlossen, vor zwei Jahren waren es noch 43 Prozent. Am häufigsten nutzen die Bundesbürger nach wie vor die Lebensversicherung (62 Prozent, Vorjahr 68 Prozent), Rücklagen auf dem Sparbuch (55 Prozent, Vorjahr 53 Prozent) und den Bausparvertrag (54 Prozent, Vorjahr 57 Prozent).
Allerdings hat jeder achte Bundesbürger laut Vermögensbarometer keine Altersvorsorge. Hierfür nennt der DSGV drei Gründe: Sieben Prozent der Bundesbürger haben sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt. Fünf Prozent geben an, finanziell dazu nicht in der Lage zu sein. Knapp zwei Prozent sind der Auffassung, dass die gesetzliche Rente ausreichend sei. "Zu einer privaten kapitalgedeckten Altersvorsorge gibt es keine Alternative. Eine private Vorsorge zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung ist zwingend notwendig, wenn man nicht im Alter einen spürbaren Verlust an finanzieller Lebensqualität hinnehmen will" sagte Haasis in Berlin.
Das Vermögensbarometer berücksichtigte auch erstmals Erhebungen zu Erbschaften und finanziellen Aufwendungen für Kinder. So ergab die Umfrage, dass die meisten Erbschaften in Deutschland unter 50.000 Euro liegen. Rund ein Drittel der Bundesbürger (28 Prozent) hat schon einmal geerbt. Dabei erhielten 39 Prozent der Erben ein Vermögen von bis zu 25.000 Euro, zwölf Prozent ein Vermögen von 25.000 bis 50.000 Euro. Geerbt wird laut Umfrage am häufigsten Geld (50 Prozent) oder Immobilienbesitz (46 Prozent). Zu annähernd gleichen Teilen wird geerbtes Geldvermögen dabei genutzt, um eine größere Anschaffung zu tätigen (Immobilie, Auto) oder es längerfristig anzulegen (43 Prozent).
Für ihre Kinder geben jeden vierte Euro aus. Dabei genießt die Bildungsfinanzierung höchste Priorität. Rund 16 Prozent der Ausgaben fließen in die Ausbildung. Befragt man Eltern, in welchen Bereichen sie ihre Kinder zukünftig unterstützen, steht mit 69 Prozent die Bildung an erster Stelle. "Hier kommt ein erheblicher Kapitalbedarf auf die Familien zu. Vorsorge für Bildung wird neben der Altersvorsorge daher immer wichtiger", sagte Haasis dazu.