Die privaten Haushalte in Deutschland haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr gespart als im Vorjahreszeitraum. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, legte die Sparquote im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf jetzt 11,3 Prozent des verfügbaren Einkommens zu.
Durchschnittlich hat jeder Einwohner 180 Euro monatlich zur Seite gelegt, rund zehn Euro mehr als im vergangenen Jahr. Zusammen ergibt sich damit in der ersten Jahreshälfte eine gesparte Summe von fast 89 Milliarden Euro. Wie sich die aktuelle Finanzkrise und die zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheiten auf das Sparverhalten der Deutschen auswirken werden, kann erst in den nächsten Monaten beurteilt werden.
Bezogen auf das Einkommen und die Sparneigung lassen sich laut Statistisches Bundesamt im Einzelfall deutliche Unterschiede zwischen den Haushalten feststellen.
Die privaten Haushalte verwenden ihre nicht konsumierten Einkommensanteile heute sowohl für ein breites Spektrum an Finanzanlagen als auch für den Kauf von investivem Sachvermögen wie Immobilien.
Die Deutsche haben 2007 etwa 133 Milliarden Euro neu an Geldvermögen gebildet beziehungsweise Schulden getilgt. Das zeigt die Finanzierungsrechnung der Deutschen Bundesbank. Aufgebaut wurde der Bestand an Geldvermögen vor allem durch Geldanlagen bei Banken (86 Milliarden Euro) und Versicherungen (54 Milliarden Euro) sowie durch den Kauf von Investmentzertifikaten (25 Milliarden Euro).
Wertpapieranlagen wie Aktien und Rentenpapiere waren nicht gefragt, ihr Bestand wurde sogar erheblich reduziert (- 59 Milliarden Euro). Für die Sach- und Geldvermögensbildung stehen den Haushalten neben dem Sparen auch noch Vermögenstransfers zur Verfügung wie die staatliche Spar- und Eigenheimzulage.