Welche Anteile und ob überhaupt Kapitalerträge und Spekulationsgewinne zu versteuern
sind, wissen heute oft nur Steuerexperten. Während die Vorschriften zu Erträgen aus Spareinlagen und Wertpapieren noch überschaubar sind, ist die Berechnung und der Ausweis steuerpflichtiger Spekulationsgewinne nur noch Kennern der Materie möglich. So wünschen sich nach einer aktuellen Umfrage von Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit Inworks mehr als 50 Prozent der Steuerzahler von ihrer Bank eine nachvollziehbare Aufbereitung ihrer
steuerpflichtigen Kapitalerträge.
Nun kommt Finanzminister Eichel dem Steuerzahler zu Hilfe und nimmt Kreditinstitute per Gesetz ab 2005 in die Pflicht, so genannte Jahresbescheinigungen über Gewinne aus Kapitalvermögen und Börsenspekulationen auszustellen. Die Folge daraus ist, dass eine Bank nach Einschätzung von Mummert Consulting mehr als zwei Millionen Euro investieren muss, um allein Spekulationsgewinne für diese so genannte Jahresbescheinigung ermitteln zu können. Ein Aufwand, der durch den Einsatz von Spezialsoftware deutlich reduziert werden kann.
Knapp die Hälfte der Befragten berechnen heute ihre steuerpflichtigen Kapitalerträge nicht mehr selbst, sondern lassen sich von Kreditinstituten und Steuerberatern unterstützen. Die
genauen Erträge und steuerpflichtigen Anteile bleiben für sie dabei oft undurchsichtig. 85 Prozent der Steuerzahler wünschen sich daher von ihrer Bank eine verständliche und vor allem nachvollziehbare Aufstellung erzielter Kapitalerträge. Mehr als die Hälfte dieser Befragten erklärte dabei sogar seine Bereitschaft, für eine entsprechende Dienstleistung zu bezahlen. Ab 2005 sind Kreditinstitute nunmehr gesetzlich dazu verpflichtet, eine Bescheinigung über erzielte Kapitalerträge und Spekulationsgewinne unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.
Die Umsetzung der Vorschriften des so genannten Steueränderungsgesetzes, das im Jahre 2003 von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde, bedeutet für die Kreditinstitute vor allem hohe Kosten. Allein für die Ermittlung von Spekulationsgewinnen muss eine Bank im Schnitt mehr als zwei Millionen Euro investieren, schätzen Experten von Mummert Consulting. Eine Ermittlung und ein automatisierter Ausweis der Gewinne durch eine Standardlösung können dabei helfen, die Kosten für das einzelne Kreditinstitut spürbar zu
reduzieren.
(bs)
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