Trotz der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten beurteilen die deutschen Privatanleger die Zukunftsaussichten an den Aktienbörsen so optimistisch wie noch nie in diesem Jahr. Dennoch bevorzugen sie nach wie vor sichere Geldanlagen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter Privatanlegern, die TNS Infratest im Auftrag der DZ BANK AG durchgeführt hat. Trotz der positiven Markteinschätzung bevorzugen Anleger stärker denn je sichere Geldanlagen. So ist beispielsweise die Neigung, in Aktien zu investieren, auf den niedrigsten Umfragewert in diesem Jahr gefallen.
Aktuell geht die Hälfte aller Privatanleger davon aus, dass der Deutsche Aktienindex (Dax) innerhalb der nächsten sechs Monate steigen wird. Dagegen erwartet lediglich etwas mehr als ein Viertel ein weiter nachgebendes Kursniveau. Damit hat sich die Zahl der Optimisten innerhalb von nur zwei Monaten nahezu verdoppelt. So waren Mitte August nur etwas mehr als ein Viertel der Befragten von steigenden Aktienkursen ausgegangen.
Dennoch scheuen weit mehr Anleger als in den vergangenen Monaten ein Direktinvestment in Aktien. Sie bevorzugen noch stärker als zuvor sichere Geldanlagen. So erklärten beispielsweise rund drei Viertel aller Befragten im Oktober, dass eine Fest- oder Tagesgeldanlage für sie in Frage käme, wenn sie in den nächsten Monaten 10.000 Euro investieren würden.
44 Prozent der Befragten - und damit ein Drittel mehr als im August - würden auch den Kauf von Bundesschatzbriefen in Erwägung ziehen. Dagegen würden nur noch 15 Prozent der Befragten über ein direktes Aktienengagement nachdenken. Im August hatte der Wert noch bei 20 Prozent gelegen. Die Zahl derjenigen, die in Aktienfonds investieren würden, hat sich auf 22 Prozent verringert. Im August waren es 33 Prozent.
Nahezu stabil blieb die Zahl derjenigen, die ein Investment in Immobilienfonds erwägen würden. Sie lag im Oktober bei 16 Prozent nach 15 Prozent im August. Die Zahl derjenigen die in Geldmarktfonds und Zertifikate investieren würden, ist von 14 Prozent bzw.15 Prozent im August auf 9 Prozent gesunken.
Die Umfrage hat auch ergeben, dass der Bedarf an Informationen gestiegen ist. So wünscht sich jeder zweite Anleger mehr Informationen über die Finanzmarktkrise von seiner Bank, und zwar am liebsten im Rahmen eines persönlichen Gesprächs durch den jeweiligen Bankberater.