Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) hat in Zusammenarbeit mit dem angeschlossenen Instiut für Vermögensaufbau (IVA) eine Studie zur Entwicklung und Tauglichkeit von Zertifikaten zum Vermögensaufbau veröffentlicht. Da Zertifikate erst seit 2003 von Privatanlegern verstärkt als Finanzprodukt wahrgenommen werden, existieren Erfahrungen mit Zertifikaten nur in einem sich positiv entwickelnden Marktumfeld. In der von IVA und DSW entwickelten Studie wurden beliebte Zertifikatetypen (Bonus-, Discount-, Airbag- und Outperformancezertifikaten mit dem DAX 30 als Basiswert) dagegen über unterschiedlichste Marktphasen hinweg modelliert und bewertet.
Gegenstand der Studie ist ein langfristiger historischer Vergleich der beliebtesten Anlagezertifikate in verschiedenen Marktumfeldern. Neben der rein historischen Betrachtung bildet die praxisadäquate Risikomessung einen weiteren Schwerpunkt der Studie. Darüber hinaus wurde auch auf die Einsatzmöglichkeit von Anlagezertifikaten zum nachhaltigen Vermögensaufbau jeweils für Privatanleger und Vermögensverwalter getrennt eingegangen.
Das Ergebnis der Studie zeigt, dass Zertifikate, über einen längeren Zeitraum mit verschiedenen Marktphasen betrachtet, ihrem Basiswert nicht überlegen sind. Es existieren aber für jeden Zertifikatetyp bestimmte Marktphasen, in denen er sich deutlich besser als der Basiswert entwickelt. Der Studie zufolge hängt die Attraktivität eines Zertifikattyps davon ab, wie sehr der Anleger in der Lage ist, die Marktentwicklung zu prognostizieren. Diese Börsenweisheit dürfte jedoch nicht nur für Zertifikate gelten. Der Einsatz von Zertifikaten bietet sich in diesem Sinne nur als taktische Beimischung und nicht als langfristiges strategisches Investment an, so die Ersteller der Studie. Zur Risikobewertung eines Zertifikats sei die Volatilität ungeeignet. Eine realistischere Risikobewertung liefert der Conditional Value at Risk, ein spezielles Instrument zur Risikobestimmung von Finanzprodukten.
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