Der Onlinebroker Cortal Consors will bis 2010 in deutschen Großstädten zehn Filialen eröffnen, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Dahinter steht - wie bei der Konkurrenz, die Ähnliches vorhat - nach Ansicht von Experten die Überlegung, Kunden seien mit einem Komplett-Angebot an Finanzdienstleistungen besser zu binden. Außerdem soll das weniger krisenanfällige Segment der Bankprodukte die starken Schwankungen des Wertpapiergeschäfts ausgleichen.
Fast alle Online-Finanzdienstleister erweitern zunehmend ihre Produktpalette. Nachdem das reine "Brokering"-Geschäft mit dem Ende des New-Economy-Booms 2000 in eine Krise geraten war, begannen die Direktbanken mit Vermögensverwaltung, Bausparverträgen und schließlich auch Girokonten den traditionellen Banken immer stärkere Konkurrenz zu machen. Mittlerweile bieten sie eine nahezu vollständige Auswahl von Bankprodukten und beginnen zum Teil auch, Filialen zu eröffnen.
Laut FTD sehen Analysten die Neuausrichtung der Geschäftsmodelle in Richtung Bankprodukte als positiv, da sie die Ertragslage stabilisiert. Die Comdirect strebt mittelfristig ein Ertragsverhältnis zwischen Banking und Brokerage von 50 zu 50 Prozent an. "Wir halten das für überaus sinnvoll", sagt Henning Wagener von Aktiencheck.de. Die erweiterten Online-Finanzdienstleister schreiben schließlich schwarze Zahlen und zahlen Dividenden.