Angesichts der steigenden Eigenverantwortung der Bundesbürger für Lebensrisiken schlägt der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, eine deutliche Erhöhung des Sparerpauschbetrags vor. "Die Bundesbürger werden künftig in noch höherem Maße für die private Altersversorgung, Gesundheit und Bildung eigenverantwortlich vorsorgen müssen. Das sollte der Staat durch eine verbesserte Sparförderung unterstützen", sagte Haasis anlässlich der DSGV-Pressekonferenz zum Weltspartag in Berlin.
Vier Prozent Zinsen zu wenig
"Bei vier Prozent Zinsen kann man mit dem heutigen Sparerpauschbetrag von 801 Euro nur rund 20.000 Euro steuerfrei anlegen. Das ist deutlich zu wenig, um ausreichend für Lebensrisiken selbst vorzusorgen. Auf diese Weise werden den Sparern die für den langfristigen Vermögensaufbau wichtigen Zinseszinseffekte weitgehend genommen", kritisiert Haasis.
Er schlug deshalb vor, mittelfristig den Pauschbetrag mindestens zu verdoppeln. Angesichts der gegenwärtigen schwierigen Situation der öffentlichen Haushalte sehe er zwar nicht die Möglichkeit zu einer baldigen Erhöhung und schlägt daher vor, sich diesem Ziel in Schritten zu nähern.
Sparquote auf höchstem Niveau seit 1993
Die Bundesbürger sind zu Vorsorgemaßnahmen bereit und haben ihre Sparquote von 10,8 Prozent im Jahr 2007 auf 11,2 Prozent letztes Jahr erhöht. Damit liegt die Sparquote nach Einschätzung des DSGV auf dem höchsten Niveau seit 1993. Nach Prognose des Verbandes dürfte sie auch für das Gesamtjahr 2009 in dieser Größenordnung liegen. Insgesamt haben die Bundesbürger 2008 178,5 Mrd. Euro an Ersparnissen gebildet.
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