Der US-Handelsriese Wal-Mart plant den Einstieg ins Finanzgeschäft. Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) hat der Konzern einen Antrag auf Zulassung einer hauseigenen Finanzsparte in den USA gestellt.
Die US-Branche reagierte mit massiven Protesten. Bisher gingen bei der zuständigen Aufsichtsbehörde 1500 Stellungnahmen von Wal-Mart-Gegnern ein. Wal-Mart steht schon seit Jahren in der Kritik von Verbraucherschützern. Hauptkritikpunkt sind die Arbeitsbedingungen, die der Handelskonzern seinen Mitarbeitern bietet. Darüber hinaus wird Wal-Mart mit einem Jahresumsatz von 300 Milliarden Dollar aber auch als starker Konkurrent gefürchtet. Das Unternehmen ist dafür bekannt, Kunden mit absoluten Kampfpreisen zu ködern.
Mit der geplanten Finanzsparte will Wal-Mart vorwiegend die 140 Millionen Kartenzahlungen abwickeln, die jeden Monat in den eigenen Geschäften anfallen. Ein Bankfilialbetrieb sei dagegen nicht geplant, so ein Sprecher.
Bank- und Finanzgesellschaften unterstehen in den USA der Aufsicht durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Nur in Ausnahmefällen bekommen Nichtbanken eine Genehmigung zum Betrieb einer eigenen Finanzsparte. Große Unternehmen wie General Motors oder General Electric (GE) haben diese Genehmigung erhalten und betreiben das Geschäft mit dem Geld selbst. General Electric ist mit der GE Money Bank auch in Deutschland auf dem Finanzmarkt aktiv.
In den USA regt sich indes Widerstand gegen die sogenannten Industriebanken. Neben mehreren Kongressabgeordneten, die Gesetzesentwürfe zur Regulierung solcher Institute eingebracht haben, warnte erst kürzlich der ausgeschiedene Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan, vor der zunehmenden Zahl von "Mischehen" zwischen Banken und Industriekonzernen.
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