Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) hat ihre "Watchlist 2007", die schwarze Liste der 50 schlechtesten Wertpapiere, veröffentlicht. Tria, Gericom und IM Internationalmedia haben nach ihren Berechnungen die größten Börsenverluste eingefahren. Im DAX gelistete Unternehmen sind in der Liste nicht vertreten, wohl aber je zwei Gesellschaften aus SDAX und TecDAX sowie eine aus dem MDAX.
"Entstanden ist die Liste als Hilfestellung für unsere Hauptversammlungssprecher. Wir wollten ein Instrument entwickeln, anhand dessen Problemfälle schnell zu erkennen sind", erläutert DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Seit einigen Jahren macht die DSW ihre Watchlist auch der Öffentlichkeit zugänglich, da sie als eine Risiko-Übersicht auch für die Anleger wichtige Informationen bereit halte.
Den unrühmlichen ersten Platz auf der DSW-Watchlist nimmt die TRIA AG ein. Anleger, die am 31. Dezember 2001 TRIA-Aktien im Wert von 10.000 Euro orderten, hatten am 31. Dezember 2006 noch eine Position in Höhe von rund 640 Euro im Depot. Wer Ende 2003 ihre 10.000 Euro einsetzte, der blieben nach drei Jahren auch nur 863 Euro übrig. Anleger, die erst Ende 2005 auf die Idee gekommen sein sollten, TRIA-Papiere zu kaufen, mussten bis Ende 2006 einen Verlust von 8.330 Euro hinnehmen.
Wer vor fünf Jahren 10.000 Euro in Aktien der Gericom investierte, hatte am 31. Dezember 2006 gar nur 341 Euro übrig. Im Dreijahresvergleich blieben den Aktionären 1.636 Euro, im Einjahresvergleich noch 4.470 Euro.
Nach einem Software- und einem Hardwareunternehmen nimmt eine Mediengesellschaft den dritten Platz ein: Die Aktien der IM Internationalmedia haben im Fünf-Jahres-Vergleich die höchste Verlustquote aller untersuchten AGs "erwirtschaftet". 192 Euro erhielt ein Langfristanleger, der am 31. Dezember 2001 Aktien der Münchner Firma für 10.000 Euro gekauft und am 31. Dezember 2006 wieder verkauft hat.
Basis der DSW-Studie ist die Kursentwicklung aller im Prime Standard der Deutschen Börse gelisteten Unternehmen, die seit mindestens fünf Jahren dort notiert sind. Untersucht wurde die reine Kursperformance über ein Jahr, drei Jahre sowie fünf Jahre. Dividenden oder Sonderausschüttungen wurden nicht einbezogen. Basis ist der Schlusskurs des letzten Handelstages im jeweiligen Jahr. Aus den gewichteten Berechnungen wurde dann die Liste der größten Wertvernichtung für den Anleger erstellt. Die komplette Liste kann als Excel-Datei auf der Seite der DGW abgerufen werden.