In Nordrhein-Westfalen haben sich etliche Sparkassen mit Kreditpapieren der WestLB verspekuliert. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet, hatte die Düsseldorfer Landesbank zwischen 2003 und 2006 verstärkt so genannte CDO-Papiere verkauft. Diese basieren auf Hypothekenpapieren vor allem aus Europa, aber auch aus den USA.
Aus Kreisen der NRW-Sparkassen hieß es laut FTD nun, dass einige Sparkassen ihre CDO-Papiere komplett oder in größerem Umfang abschreiben müssen. Bei kleineren Sparkassen klönnen diese Abschreibungen die Höhe der häufig nur einstelligen Millionengewinnen erreichen. Diverse Institute, die am WestLB-Programm teilnahmen, müssten stille Reserven auflösen, um überhaupt noch Gewinn auszuweisen, sagte ein Sparkassen-Manager gegenüber der FTD.
Einige Sparkassen prüften derzeit rechtliche Schritte gegen die WestLB. Sie werfen der Landesbank vor, sie bei dem Verkauf der Papiere falsch beraten zu haben. Allerdings gilt eine Klage gegen die Landesbank als unwahrscheinlich, denn dann müssten die Sparkassen-Vorstände eingestehen, dass sie das Finanzprodukt nicht verstanden zu haben.
Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist ungeklärt, ob die WestLB die riskanten Papiere komplett an die Sparkassen veräußerte - oder ob noch Risiken bei der schwer angeschlagenen Landesbank selbst oder bei anderen Käufern liegen.
Sorgen um WestLB-Engagement am US-Investmentmarkt
Sorgen machen sich mehrere Sparkassen auch um ihr Engagement in der WestLB-Gesellschaft WestLB New York Capital Investment. Laut FTD haben einige Institute 500 Millionen Euro in diese Anlage investiert, die Landesbank selbst ebenfalls 500 Millionen Euro.
Die Gesellschaft habe vor allem in Bereichen investiert, die von der Finanzkrise besonders betroffen sind - etwa in Papieren, die auf Kreditkartenforderungen, Immobiliendarlehen oder Bankanleihen basieren. Bislang gebe es aber noch keine Ausfälle, sagten mehrere Sparkassenvorstände der Zeitung. Die WestLB gehört zu 50,4 Prozent den Sparkassen in NRW.