Die Europäische Zentralbank (EZB) hat seit Ende 2005 im Rhythmus von jeweils 3 Monaten den Leitzins (derzeit 2,75 Prozentpunkte) um je 25 Punkte erhöht. Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge könnte die EZB diesen Zyklus bereits Anfang August unterbrechen.
Aufgrund von Andeutungen zweier EZB-Ratsmitglieder könnte das Gremium bereits auf seiner Sitzung am 3. August, nur zwei Monate nach der letzten Zinserhöhung, eine erneute Anhebung des Leitzinssatzes beschließen. Der Notenbankchef von Luxemburg, Yves Mersch, sagte dem Bericht zufolge in einem Interview mit "Bloomberg TV": "Wir haben niemals gesagt, dass wir nur alle drei Monate um 25 Basispunkte handeln könnten".
Sein Kollege aus Belgien, Guy Quaden, wies gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD) ebenfalls darauf hin, dass man in der Lage sei, "unabhängig von logistischen Betrachtungen und Beschränkungen zu agieren." Eine Entscheidung über eine Zinserhöhung per Telefon, über das die Sitzung am 3. August wegen der Ferienzeit abgehalten wird, wollten beide Notenbanker nicht ausschließen.
Grund für eine etwaige Zinserhöhung könnte die wachsende Inflationsgefahr sein, auf die bereits mehrere EZB-Ratsmitglieder, so auch Bundesbank-Chef Axel Weber, hingewiesen hatten. Insbesondere der gestiegene Ölpreis treibt die Teuerungsrate in Deutschland und der EU nach oben.
EZB-Chef Jean-Claude Trichet hatte nach der letzten Zinserhöhung nur noch von einem "eingehenden Beobachten" der Gefahren für die Preisstabilität gesprochen, während er die Zinserhöhungen selbst mit dem Wort "Wachsamkeit" angekündigt hatte. Luxemburgs Notenbank-Chef Mersch betonte aber, man könne eher früher als später wieder auf den Modus Wachsamkeit umschalten, so die Wirtschaftswoche.
Er schloss auch eine deutliche Leitzinserhöhung von 50 Punkten nicht aus, die es seit sechs Jahren nicht mehr gegeben hat. "Wir haben das in der Vergangenheit gemacht. Es ist klar, dass solche Schritte zu den Maßnahmen gehören, die ergriffen werden können", so Mersch.
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