Erstmals seit der Krise weniger Firmenpleiten 

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist erstmals seit der Finanzkrise wieder gesunken. Die Hamburger Auskunftei Bürgel Wirtschaftsinformationen verzeichnete in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 gegenüber dem Vorjahreszeitraum 13,5 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen. Insgesamt geht es um 24.210 Fälle.

Pleiten bundesweit rückläufig

Die Auskunftei geht davon aus, dass die Zahl bis Jahresende auf 32.000 Firmeninsolvenzen gestiegen sein wird. Den Rückgang der Pleiten verzeichnet Bürgel bundesweit. Alle 16 Bundesländer meldeten inzwischen rückläufige Firmeninsolvenzzahlen, heißt es aus der Auskunftei. Während die Zahl der Privatinsolvenzen hoch wie nie sei, stoppe der konjunkturelle Aufschwung den Anstieg der Firmeninsolvenzen.

Viele Pleiten in Bremen

Bezogen auf die Firmendichte in Gesamtdeutschland wurden 68 von je 10.000 Unternehmen zahlungsunfähig. Spitzenreiter im relativen Vergleich ist Bremen mit 108 Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen. Auch Sachsen-Anhalt (98 Pleiten je 10.000 Unternehmen) und Schleswig-Holstein (90) verzeichnen erhöhte Werte. Am positivsten gestaltet sich indes die Situation in Hamburg mit 40 Fällen je 10.000 Unternehmen. Auch Bayern (54) und Baden-Württemberg (55) gehören zu den Ländern mit wenigen Unternehmenspleiten.

Berlin bleibt Sorgenkind

Bei den prozentualen Veränderungen zeichnet sich in den ersten drei Quartalen 2010 gegenüber dem Referenzzeitraum des Vorjahres im Saarland der am stärksten rückläufige Trend um minus 34,3 Prozent ab. Während der Bundesdurchschnitt bei 13,5 Prozent rangiert, meldet Berlin den geringsten Rückgang um minus 5 Prozent.

Ältere und größere Firmen sind robuster

Bei den Pleiten nach Firmenstruktur fällt auf, dass 41,7 Prozent der Firmeninsolvenzen im Untersuchungszeitraum auf das Konto von Gewerbebetrieben und 36,4 Prozent auf das von GmbHs gehen. Knapp 20 Prozent (4.793) der Unternehmen, die ein Insolvenzverfahren eröffnen mussten, waren nur zwei Jahre am Markt aktiv. Bei älteren Firmen sinkt unterdessen das Insolvenzrisiko - vor allem bei Unternehmen, die mehr als 50 Jahre zählen.

Banken tragen Mitschuld an Pleiten

Gerade kleine und junge Unternehmen leiden unter der restriktiveren Kreditvergabe der Banken. Den Kreditinstituten gibt die Auskunftei in ihrer Studie eine Mitschuld am nach wie vor hohen Pleitestand dieser Firmen. Klassische Ursachen für eine Firmenpleite sind aber das Ausbleiben neuer Aufträge oder die Stornierung oder die Verschiebung bereits erteilter Aufträge.

Foto: © Dinostock/FOTOLIA

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