Mehr Aufsicht und Kontrolle über die Geldtransporteure haben gestern Politiker, Handel und Banken in einer nicht-öffentlichen Experten-Anhörung des Finanzausschusses gefordert. Das berichtet das Handelsblatt. Eine Gesetzesinitiative über eine neue Aufsicht, die vor allem Bundesbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht übernehmen sollen, sei für das Frühjahr geplant.
Beide Institutionen zierten sich jedoch. Die Finanzaufsicht (BaFin) verwies auf mangelnde Gesetzesgrundlagen und zu wenig lokale Präsenz, um eine flächendeckende Kontrolle zu gewährleisten. Die Bundesbank wollte sich auf Anfrage nicht äußern.
Der Politik wird eine Selbstkontrolle des Branchenverbandes BDGW voraussichtlich nicht ausreichen. „Wir brauchen eine vernünftige Kontrolle der Branche entweder durch die Finanzaufsicht oder die Bundesbank“, forderte Ausschussmitglied Jörg-Otto Spiller (SPD) im Anschluss. Uwe Dautzenberg (CDU) erklärte, seiner Meinung nach reiche es nicht aus, lediglich die Gewerbeordnung zu ändern, was ebenfalls diskutiert wurde.
Hintergrund der Initiative ist der spektakulärer Betrugsfall um veruntreute Millionen beim ehemals größten deutschen Geldtransport-Unternehmen Heros. Im Ausschuss wurden allerdings in erster Linie die Kunden der Geldtransporter kritisiert, die offensichtlich ihre Bargeldflüsse überhaupt nicht überblickt haben. "Es kann doch nicht sein, dass Warenhäuser ihr Geld ungezählt an die Transporteure geben und sich dann wundern, dass etwas fehlt“, sagte Spiller. Bislang kontrolliert niemand die Branche, die täglich rund 1,3 Milliarden Euro durch die Republik transportiert.