Die deutschen Kreditinstitute sorgen sich um die Sicherheit im Electronic Banking. Einer Studie von ibi research und der PPI AG zufolge sehen knapp 40 Prozent der Banken in der sicheren Authentifizierung von Finanzgeschäften eine zentrale Aufgabe der nächsten Jahre. Damit liegt die Sicherheitsproblematik auf der Rangliste der größten Probleme im Electronic Banking auf dem zweiten Platz - hinter den Anforderungen durch SEPA (Single Euro Payments Area).
Der Handlungsbedarf ist offensichtlich: Allein 2006 haben in Deutschland die Angriffe durch Trojaner um ein Viertel gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Zudem ist Deutschland die europäische Hochburg des so genannten Passwort-Phishings. Vier von fünf Bankexperten erklären denn auch, die eingesetzten Sicherheitsverfahren trojanersicher zu machen sei eine Priorität. Die Vermeidung des Passwort-Phishings steht für 60 Prozent der Institute auf dem Plan.
Stärker in die Kritik geraten ist die rein wissensbasierte Authentifizierung anhand von PIN und TAN. Das TAN-Verfahren soll daher in mehrschrittige Verfahren umgesetzt werden. Viele Banken werden demnach die auftragsindividuelle TAN einführen - beispielsweise den bisher wenig verbreiteten TAN-Versand per SMS oder TAN-Generatoren. Diese Verfahren erzeugen eine spezifische TAN für die jeweiligen Aufträge. Biometrische Verfahren zur Authentifizierung spielen dagegen derzeit kaum eine Rolle.
Insgesamt kommt elektronischen Signaturen die künftig größte Bedeutung für die Auftragserteilung zu. Nahezu alle Institute werden diese im Zuge der Umstellung auf den SEPA-fähigen Übertragungsstandard EBICS (Electronic Banking Internet Communication Standard) anbieten. Zur Freigabe eines Auftrages wird die digitale Signatur dabei mit einem geheimen Schlüssel erstellt und versendet. Die Bank kann anhand eines zweiten Schlüssels dann überprüfen, ob der Kunde die Signatur erstellt hat.
Deutliche Unterschiede hinsichtlich der Sicherheit zeigen sich zwischen Großbanken und Sparkassen. So werden viren- und trojanersichere Systeme sowie die Vermeidung des Passwort-Phishings von den Sparkassen deutlich häufiger als Ziel genannt. Grund hierfür ist, dass die öffentlich-rechtlichen Institute TANs deutlich häufiger als Authentifizierungsinstrumente anbieten. Die Großbanken müssen sich laut der Studie dagegen stärker mit der rechtssicheren Dokumentation von Geschäftsvorfällen auseinandersetzen.