Die EU-Kommission will Verbrauchern den Wechsel ihrer Hausbank erleichtern. Binnenmarktkommissar Charly McCreevy will zu diesem Zweck einen kostenlosen Wechseldienst für Bankkunden einführen. Dies berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Deutschen Kunden würde dies nicht viel nutzen, da hierzulande der Kontowechsel schon seit längerem kostenlos ist.
Über die Gebührenfreiheit hinaus will die EU-Kommission die Banken auch zeitliche Vorgaben für einen Kontowechsel machen. In fünf Arbeitstagen sollen Guthaben und wichtige Daten (Lastschriften, Daueraufträge, Zahlungseingänge etc.) zur neuen Bank übertragen sein, berichtet die FTD unter Berufung auf ein Kommissionspapier. Die europäischen Bankenverbände hatten selbst Vorschläge für einen freiwilligen Verhaltenskodex in Sachen Bankenwechsel gemacht. Dieser ging Wettbewerbskommissar McCreevy, der die Banken zur Selbstregulierung bis Ende dieses Monats aufgefordert hatte, allerdings nicht weit genug.
Die Banken konnten sich nicht zu einem kostenlosen Wechselservice durchringen, schreibt die FTD. Vielmehr wollen sie Wechselkosten lediglich transparent machen. Bei der Frist, in der ein Institutswechsel vollzogen werden soll, gibt es ebenfalls gegenteilige Auffassungen. Den fünf Tagen, die die EU fordert, stehen mindestens 10 Tage gegenüber, die die Banken für notwendig halten. "Die Infrastruktur ist in Europa unterschiedlich, weshalb wir zehn Tage für praktikabler halten", sagte ein Sprecher des Bundesverbands deutscher Banken der FTD.
Anders als in Deutschland erschweren Kreditinstitute in anderen Ländern ihren Kunden den Wechsel erheblich. In Frankreich werden teilweise sogar Gebühren für eine Infobroschüre erhoben, die die Wechselformalitäten auflistet, so die FTD. In einigen Ländern, wie Italien, Irland oder Großbritannien, gelten bereits freiwillige Regelungen zum kundenfreundlichen Bankwechsel. Die EU-Kommission hat ermittelt, dass Bankkunden in der EU durchschnittlich nur alle 15 bis 18 Jahre ihre Bankverbindung wechseln.
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