Heute um 12.00 Uhr beginnt die Versteigerung der Landesbank Berlin. Neben dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) und mehreren Landesbanken sind nach Angaben der Financial Times Deutschland auch die HypoVereinsbank und die Commerzbank unter den Bietern. Insgesamt werden zwei bis drei Dutzend Angebote erwartet, heißt es im Tagesspiegel.
Die Landesbank Berlin war unter dem Namen "Bankgesellschaft Berlin" für den größten Finanzskandal der Nachwendegeschichte verantwortlich, der dem Land Berlin Milliardenschulden hinterließ. Seitdem hat die Gesellschaft über die Hälfte ihrer Mitarbeitenden verloren, aber langsam wieder den Anschluss an die Gewinnzone geschafft. Nach Angaben des Tagesspiegels belaufen sich die Risiken, die das Land übernommen hat, auf geschätzte sechs Milliarden Euro - eine Summe, die auch als realistischer Kaufpreis gilt.
An der Börse war die Landesbank zuletzt rund 7,3 Mrd. Euro wert, wobei nur neun Prozent der Aktien handelbar sind. Ein Preis in dieser Höhe gilt daher laut Financial Times Deutschland als unwahrscheinlich. Der DSGV will mit 4 Mrd. Euro mit bieten, steht dabei aber mit anderen öffentlich-rechtlichen Instituten in Konkurrenz: Die meisten Landesbanken werden sich eigenständig an der Versteigerung beteiligen.
Die Versteigerung findet nach Auflagen der Europäischen Kommission statt, die Landesbank müsse bis Ende dieses Jahres "diskriminierungsfrei" verkauft werden. Das bedeutet, auch in privatem Besitz muss die Berliner Sparkasse noch Sparkasse heißen dürfen. Dagegen hatte sich der DSGV mit Unterstützung der Bundesregierung bis zuletzt gewehrt.