Konjunkturporgramme, wie sie die Bundesregierung plant, um die Automobilindustrie vor den Folgen der Finanzkrise zu schützen, sind unsinnig. Diese Ansicht vertritt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin in einem Bericht über seine jährliche Industrietagung. Parallel zur übrigen Industrie erwartet das DIW Berlin auch für die deutschen Autobauer für 2009 einen Produktionsrückgang. Mit rund 2,0 Prozent werde dieser aber deutlich geringer ausfallen, als die derzeitige Stimmung erwarten lässt.
DIW-Konjunkturexperte Dr. Stefan Kooths warnte auf der Tagung davor, die derzeitige Absatzkrise der Branche voreilig mit der Finanzmarktkrise in Verbindung zu bringen. Es sei deshalb auch unsinnig, die strukturellen Probleme der Branche mit Konjunkturprogrammen zu bekämpfen – das verhindere eher notwendige Strukturanpassungen bei Kapazitäten und Modellen. Eine zügige und verlässliche Neuregelung der Kfz-Besteuerung sei die wirksamste Maßnahme, um der Kaufzurückhaltung entgegenzuwirken.
Auf der Industrietagung kommen Chefvolkswirte aus führenden Branchenverbänden zusammen, um über die Konjunkturaussichten der deutschen Industrie zu beraten. In diesem Jahr stand die Automobilindustrie im Mittelpunkt der Tagung. Die Tagung wird mit der Veröffentlichung einer Industrieprognose abgeschlossen. In die Prognose fließen Berichte aus den wichtigsten deutschen Industriebranchen ein.