Die EU-Kommission will Gruppenklagen einführen, die geschädigten Verbrauchern eine juristische Auseinandersetzung mit Unternehmen erleichtern soll. So könnten sich beispielsweise auch Kunden von Banken oder Versicherungen bei Klagen zusammentun.
Derzeit scheuten viele die dabei anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten, die Dauer sowie die Risiken. Das berichtet die "Frankfurter Rundschau" (FR) in ihrer Onlineausgabe.
Die zuständige Kommissarin Meglena Kuneva hat ermitteln lassen, dass jeder fünfte europäische Verbraucher nicht vor Gericht zieht, wenn der Streitwert unter 1000 Euro liege. Gleichzeitig wären mehr als drei Viertel der Verbraucher eher bereit zu klagen, wenn sie sich dabei mit anderen zusammenschließen könnten.
Diese Möglichkeit gebe es aber in sehr unterschiedlicher Form in nur der Hälfte der 27 EU-Staaten. Im Prinzip geht es darum, dass vor Gericht generell ein repräsentativer Fall stellvertretend für alle anderen verhandelt werde.
Dabei wolle die EU-Kommissarin für Europa aber keinesfalls das US-System der Sammelklagen einführen. In den USA würden ihrer Ansicht nach dadurch vor allem die Anwälte wohlhabend, und Brüssel wolle nicht, dass Rechtsanwälte in Zukunft "auf Biegen oder Brechen" vor Gericht ziehen. In den USA erhalten die Anwälte einen Teil der dem Kläger zugesprochenen Entschädigungssumme.