Gegenwärtig spricht fast alles dafür, dass die Commerzbank die Dresdner Bank übernehmen wird. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (F.A.Z.) berichtet, wird die endgültige Entscheidung sehr wahrscheinlich in der Sitzung am kommenden Sonntag fallen.
Darauf hat sich Michael Diekmann, der Vorstandsvorsitzende des Münchner Finanzkonzerns Allianz, nach einem Treffen mit Martin Blessing, dem Vorstandsvorsitzenden der Frankfurter Commerzbank, nach Informationen der F.A.Z. am späten Donnerstagabend im Grundsatz verständigt. Details der Vereinbarung sind noch nicht bekannt. Nach Informationen der F.A.Z. ist Blessing offenbar im Rahmen des Treffens am Donnerstag auf einige der noch offenen Forderungen der Allianz eingegangen.
Die China Development Bank (CDB), die ebenfalls Kaufinteresse signalisierte und ein um mehrere Millionen Euro höheres Angebot vorlegte, wird aller Voraussicht nach dennoch leer ausgehen. Seit Monaten zogen sich die Verhandlungen mit der Commerzbank hin und die CDB blieb bis zum Schluss im Rennen um den Zuschlag.
Über wichtige Details sind Allianz und Commerzbank allerdings immer noch uneins. Es geht vor allem um die Fondsgesellschaft Cominvest und die Haftung für mögliche Wertpapierabschreibungen der Dresdner Bank. Die Allianz hätte gern die Fondsgesellschaft der Commerzbank und würde sich diese liebend gern als Teil des Kaufpreises von geschätzen 9 Mrd. Euro anrechenn lassen. Das Interesse der Commerzbank liegt vorwiegend auf etwaigen Wertpapierabschreibungen bei der Dresdner Bank, für die die Allianz auch nach dem Verkauf noch haften soll.
Im Jahr 2001, als die Allianz die Dresdner Bank übernahm, bezahlte sie dafür noch rund 24 Milliarden Euro. Die Bank erwies sich angesichts hoher Verluste aber als Belastungsfaktor für die Versicherungsgesellschaft.
Zwar wurde das Finanzinstitut durch den Abbau tausender Arbeitsplätze saniert, doch die Dresdner Bank stürzte erneut in die roten Zahlen durch die amerikanische Immobilienkrise, die auch im deutschen Finanzmarkt Tumulte auslöste.
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