In Deutschland werden die Gehälter im kommenden Jahr voraussichtlich um knapp 4 Prozent steigen. Sie werden damit 1,3 Prozentpunkte über der vom Internationalen Währungsfonds (IWF) für Deutschland erwarteten Inflationsrate von 2,2 Prozent liegen. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Gehaltsstudie, die das Beratungsunternehmen Mercer jährlich durchführt.
Ursprünglich sind die Experten von Mercer von einer Steigerung von deutlich über 4 Prozent ausgegangen. Angesichts der aktuellen Finanzmarktkrise erwarten sie jedoch, dass der Wert bei den meisten Unternehmen nur knapp unter der 4 Prozentmarke liegen wird. Darauf deutet auch der Tarifabschluss hin, der vor einigen Tagen in der Metallindustrie in Baden-Württemberg vereinbart wurde, sagt Wolfgang R. Rothe, Vergütungsexperte von Mercer in Deutschland.
Europaweit ist mit durchschnittlichen Gehaltssteigerungen von 3,9 Prozent bzw. 1,5 Prozentpunkten über der Inflationsrate zu rechnen. Die höchsten Gehaltssteigerungen werden in Italien erwartet: Mit bis zu 4,8 Prozent dürften die Zuwächse dort fast bis zu 2,7 Prozentpunkte über der prognostizierten Inflationsrate liegen. Die niedrigste durchschnittliche Gehaltssteigerung in Europa ist dem Ergebnis der Umfrage von Mercer zufolge in Frankreich zu erwarten. Hier dürften die Gehälter lediglich um 3 Prozent steigen.
Spitzenreiter bei einer gesamteuropäischen Betrachtung sind die Länder Türkei mit 3,5 Prozentpunkten und Rumänien mit 4,9 Prozentpunkten über der Inflationsrate. Alle anderen Länder Osteuropas liegen auf dem gleichen Niveau von Westeuropa bei den Gehaltserhöhungen.