Geldwäsche wird für Banken zunehmend zum Problem 

Geldwäsche wird für Banken rund um den Globus zu

einem immer wichtigeren Thema, wie einer Umfrage des Wirtschaftsberatungsunternehmen KPMG zu entnehmen ist. Danach haben 72 Prozent der Institute in

den vergangenen drei Jahren mehr Verdachtsanzeigen auf

Geldwäsche-Aktivitäten gemeldet. 42 Prozent sagen sogar, die Zahl der

Verdachtsfälle sei erheblich gestiegen. Die Ausgaben der Banken für

Maßnahmen zur Geldwäsche-Bekämpfung sind seit 2004 um

durchschnittlich 58 Prozent gewachsen, in Nordamerika, dem Nahen

Osten und Afrika sogar um über 70 Prozent. Investiert wird vor allem

in die Überwachung des Zahlungsverkehrs und in

Mitarbeiterschulungen. KPMG befragte für die Studie 224 Banken in

55 Ländern.



Nach Expertenschätzungen werden weltweit jedes Jahr über 1 Billion

US-Dollar durch Drogendealer, Waffenhändler und andere Kriminelle

gewaschen. Dass die Banken das Thema Geldwäsche sehr ernst nehmen,

zeigt die Tatsache, dass sich immer häufiger die oberste

Führungsebene des Themas annimmt. War vor drei Jahren erst bei 61

Prozent der Banken die Geschäftsführung in die

Anti-Geldwäsche-Bekämpfung involviert, ist dies heute bei 71 Prozent

der Fall. Bei mehr als 40 Prozent der Banken diskutiert das höchste

Führungsgremium mindestens ein Mal im Quartal dieses Thema, bei

weiteren 25 Prozent sogar mindestens einmal im Monat. 85 Prozent der

Institute verfügen über eine weltweite Anti-Geldwäsche-Richtlinie, in

Nordamerika sind es sogar 100 Prozent.



Dr. Frank Weller, Partner im Bereich Forensic bei KPMG:

"International tätige Banken werden zunehmend in den aufstrebenden

Wirtschaftsregionen aktiv und sehen sich dort neuen Risikosituationen

gegenüber. Zudem gehen die Geldwäscher zunehmend neue Wege, wie etwa

den Umweg über den Rohstoffhandel. Daher werden stringente

Anti-Geldwäsche-Prozesse immer wichtiger. Die Banken müssen ihre

Anstrengungen weiter verstärken, um Geldwäsche und

Terrorismusfinanzierung effektiv entgegenzuwirken." Die Befragten

gehen davon aus, dass sich ihre Aufwendungen zur

Geldwäsche-Bekämpfung in den kommenden drei Jahren noch einmal um 34

Prozent erhöhen werden.

Nicht einmal jede vierte der befragten internationalen Banken

sieht sich in der Lage, Transaktionen und Konten eines einzelnen

Kunden über Ländergrenzen hinweg zu überwachen. Dabei spielt die

Größe der Bank offenbar keine Rolle. Frank Weller: "Die Möglichkeiten

einer international tätigen Bank, grenzüberschreitenden

Geldwäsche-Aktivitäten auf die Spur zu kommen, hängen ganz wesentlich

vom Zugang zu relevanten Informationen ab. Der Informationsaustausch

ist aber in einigen Ländern aufgrund des nationalen Bankgeheimnisses

oder entsprechender Datenschutzbestimmungen eingeschränkt."



Um die Nutzung des Finanzsystems für Geldwäsche und

Terrorismusfinanzierung zu verhindern, soll bis zum 15. Dezember 2007

die 3. EU-Geldwäsche-Richtlinie in den Mitgliedstaaten in nationales

Recht umgesetzt werden. Frank Weller: "Hier gibt es in vielen Ländern

noch eine Menge zu tun, bis europaweit einheitliche Gesetze zur

Geldwäsche-Bekämpfung existieren."

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