Der Kreditkartenanbieter American Express hat einen dramatischen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Grund dafür ist die Krise: Viele Amerikaner können ihre Kreditkartenschulden nicht mehr bezahlen. Das Unternehmen habe jeden zehnten Dollar an Kreditkartenschulden in den Wind schreiben können, berichtet das "Handelsblatt". Dadurch sank der Gewinn um 84 Prozent auf 102 Millionen US-Dollar (72 Millionen Euro). Hinzu komme die Rückzahlung der Staatshilfen.
Visa und MasterCard weniger stark betroffen
Ein Ende ist nicht in Sicht: American Express stellte 1,6 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro) als Kreditvorsorge zurück. Die beiden Mitbewerber im Kreditkartengeschäft, Visa und MasterCard werden demnächst ihre Quartalszahlen berichten. Mit ähnlich hohen Gewinneinbrüchen sei jedoch nicht zu rechnen, heißt es im "Handelsblatt". Im Unterschied zu American Express kämen die beiden Konkurrenten nicht selbst für Kreditausfälle auf. Bei ihnen tragen die Banken, die die Karten ausgeben, das Kreditrisiko.
Schuldenfalle "Revolving"-Kreditkarten
Finanzexperten warnen seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise vor einem Platzen der Kreditkartenschulden. Die Amerikaner, aber auch die Briten benutzen häufig so genannte "Revolving"-Karten, bei denen der Kunde nicht die gesamten Umsätze bezahlen muss, sondern auch Schulden auf die Karte aufnehmen kann. Solche Karten sind in Deutschland erst seit 2009 erlaubt. Das Finanzportal banktip.de rät vom Gebrauch dieser Karten ab, da sie leicht in die Schuldenfalle führen können.