Europäer zahlen fast ebenso gern mit Bargeld wie mit Karten. Laut einer Studie des Branchenverbandes für Bargeldlogistik ESTA (European Security Transport Association) erklärten 43 Prozent der befragten deutschen Erwachsenen, sie zögen wegen der drohenden Betrugsgefahr die Barzahlung elektronischen Zahlungsformen vor. Europaweit liegt die Zahl bei 49 Prozent. Damit liegen Barzahlung und Kartenzahlung in der Beliebtheit beinahe gleichauf.
Die ESTA-Studie hat auch ergeben, dass 22 Millionen Menschen europaweit schon einmal Kredit- und EC-Kartenbetrügern zum Opfer gefallen sind, 4,9 Millionen davon in Deutschland. Nach Angaben der Europäischen Kommission liege der Schaden bei 25 Prozent der Betrugsopfer unter 150 Euro, bei 33 Prozent zwischen 150 und 500 Euro und bei weiteren 33 Prozent sogar über 500 Euro, teilte die ESTA weiter mit. Ein weiteres Problem: Jeder dritte Geschädigte bekommt den Schaden nicht von seiner Bank erstattet.
Die ESTA fordert in diesem Zusammenhang, die Kartenzahlung politisch nicht gegenüber der Bargeldzahlung zu bevorzugen. Fast zwei Drittel der Europäer (62 Prozent) sprechen sich in der ESTA-Studie dafür aus, Bargeld als Zahlungsmethode beizubehalten. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste, Dr. Harald Olschok, erklärte dazu, die Verbraucher sollten frei entscheiden können, wie sie bezahlen wollen. Er sehe derzeit ein "Diktat von Politik und Banken am Werk", welches ausschließlich elektronische Zahlungsabwicklungen im Euroraum durchsetzen wolle.