Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bezweifelt, dass das Einsparziel der Gesundheitsreform von einer Milliarde Euro noch zu schaffen ist. "Ich teile die Einschätzung der Kassen", sagte KBV- Vize Leonhard Hansen dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Das Einsparziel von einer Milliarde Euro ist nicht mehr realistisch."
Nach Berechnungen der Krankenkassen wird sich das vorgesehene Einsparpotenzial halbieren, weil die Pharmaindustrie nach einem Spitzengespräch beim Kanzler deutlich weniger belastet werden soll, als ursprünglich geplant.
KBV-Vize Hansen warnte vor einer "fatalen Signalwirkung", sollte sich die Industrie mit ihren Forderungen durchsetzen. Die Preise für so genannte Scheininnovationen, die zwar unter den Patentschutz fallen, aber gegenüber herkömmlichen Mitteln keinen nachweisbaren
therapeutischen Zusatznutzen haben, müssten über Festbeträge "nach unten geholt werden", forderte Hansen im "Tagesspiegel am Sonntag".
Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte der Industrie zugesichert, dass die bereits beschlossene Preisregulierung von Arzneimitteln über Festbeträge noch einmal abgeändert wird. Scheininnovationen sollen nun mit geringeren Preisabschlägen belegt werden, die Preise von Nachahmerpräparaten dagegen stärker gesenkt werden.
(bs)
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