Klare Vorgaben bei Geldwäscheverdacht fehlen 

Knapp drei Monate verbleiben den europäischen

Banken noch, die von der EU verschärften Kontrollmaßnahmen zur

Verhinderung von Geldwäsche konzernweit einzuführen. Drei Viertel der

Banken haben zudem einen für alle Mitarbeiter geltenden

Verhaltenskodex in der Geldwäscheprävention aufgestellt. Hierzu

gehören beispielsweise generelle Grundsätze, wie Bankangestellte mit

dem geforderten risikobasierten Ansatz der 3. EU-Geldwäscherichtlinie

umgehen sollen. Nachholbedarf besteht allerdings, die

Bankangestellten in Form von Handbüchern und Schulungen ausreichend

zu informieren und vorzubereiten. In mehr als der Hälfte der

befragten deutschen Institute fehlen derzeit klare Arbeitsanweisungen

zur 3. EU-Geldwäscherichtlinie. Das belegt eine Marktstudie, die

Steria Mummert Consulting unter den Top-Banken in Deutschland

durchgeführt hat.



Mitarbeiter, die in geldwäscherelevanten Bereichen tätig sind,

müssen dafür sensibilisiert werden, Transaktionen, die mit Geldwäsche

oder Terrorismusfinanzierung zusammenhängen, zu erkennen. Damit sich

die Bankangestellten in derartigen Fällen richtig verhalten, führen

die Institute interne Schulungen ihrer Mitarbeiter durch. Mehr als

die Hälfte der befragten Banken schult ihre Angestellten jedes Jahr

neu. Zudem erhalten neue Mitarbeiter in fast allen Instituten bei der

Einstellung entsprechende Trainings. In 31 Prozent der Institute

werden die Mitarbeiter allerdings nur in unregelmäßigen Abständen in

puncto Geldwäscheprävention weitergebildet.



Neben den Schulungsmaßnahmen sorgen so genannte

Organisationshandbücher für eine umfassende Aufklärung des

Bankpersonals. In ihnen sind sämtliche Richtlinien und

Arbeitsanweisungen zum Thema Geldwäsche festgehalten. Zwar führen 97

Prozent der befragten Kreditinstitute ein derartiges Ablaufhandbuch.

Allerdings enthalten sie nur bei 45 Prozent dieser Institute bereits

detaillierte Anweisungen zu den Neuerungen der 3.

EU-Geldwäscherichtlinie. 48 Prozent der befragten Banken sind sich

der Dringlichkeit des Themas inzwischen bewusst. Sie planen, ihre

bestehenden Vereinbarungen bis Dezember zu überarbeiten und konkrete

Anweisungen zur 3. EU-Geldwäscherichtlinie auszugeben.



Die Mitarbeiter in den Bankfilialen sind der entscheidende Faktor

beim Aufspüren von Geldwäscheaktivitäten. Sie setzen die gesetzlichen

Regelungen im Tagesgeschäft um. Sind sie allerdings nicht mit den

Vorschriften und internen Verhaltensregeln vertraut, können sie die

Maßnahmen nicht in der gewünschten Form umsetzen, erklärt

Bernd-Michael Lindner, Bankenexperte bei Steria Mummert Consulting.

Die Folge: Es entstehen Lücken, unter anderem bei der Überwachung des

Zahlungsverkehrs, sowie unbewusste Verstöße gegen Verhaltensregeln,

wie dies beispielsweise in großem Umfang im Fall Enron geschehen ist.

Dort gab es einen 65 Seiten starken Verhaltenskodex, dennoch

basierten 85 Prozent der festgestellten Vorfälle auf Verstößen gegen

die Unternehmenspolitik.

Baufinanzierung Vergleich
Finden Sie die besten
Bauzinsen und die
individuell passende
Finanzierung für
Ihren Wohntraum

Jetzt vergleichen

Welches Girokonto ist das Beste?
Vergleichen, abschließen & sparen!
Jetzt mit 250€ Start-Bonus

Jetzt vergleichen

Wer bei der Auswahl seiner Kreditkarte auf versteckte Gebühren und überflüssige Extraleistungen achtet, spart später viel Geld.
Welche Kreditkarte ist die Beste? Hier schnell & einfach vergleichen!

Jetzt vergleichen